Amateur­funk: Kom­mu­ni­kation rund um die Welt

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Technik­be­geiste­rung, Kame­rad­schafts­geist und Kommuni­ka­tions­freude ver­binden die Freun­de des Amateurfunks.

DK6SCW“, stellt sich Fritz vor. Nach­na­men nennt er keinen, denn die gibt es unter Funk­ama­teuren ohne­hin nicht. „Meinen Namen gibt es bestimmt ganz häufig – aber meine Funk­ken­nung gibt es nur ein einzi­ges Mal auf der Welt“, argu­men­tiert er und in seiner Stimme schwingt ein wenig Stolz mit.

Nur wer die Lage rich­tig peilt, kann den Peil­wett­be­werb gewinnen

Macht auch Frauen Spaß: Amateurfunk-Peilwettbewerb.

Eigent­lich hat Fritz gar keine Zeit zum Plau­dern, denn er steht mit Kopf­hö­rern, Karte, Kompass und Peil­ge­rät im Wald und steckt mitten in ei­nem Peil­wett­be­werb. Das ist eine Art Orien­tie­­rungs­­lauf, bei dem es darum geht, fünf ver­steck­te Sender möglichst schnell auf­zu­fin­den. Erschwert wird das dadurch, dass jeder Sen­der abwech­selnd nur eine Mi­nute lang sendet. Solche sport­li­chen Wett­kämpfe wer­den bei Feld­tag­mee­tings aus­ge­tra­gen, doch sie sind nur ein klei­ner Teil sol­cher Veranstaltungen.

Es ist eine will­kom­mene Gele­gen­heit, Freunde zu tref­fen, mit denen man sonst nur redet“, meint Fritz. Gere­det wird auch auf den Meetings viel, doch das ist auch gut so. Immer­hin ist „Kommu­ni­ka­tion“ für Amateur­fun­ker das zentrale Wort, wenn es um ihr Hobby geht. „Funken ist völker­ver­bin­dend“, meint Fritz. „Vorur­teils­frei, unpo­li­tisch und jenseits jeder Reli­gi­ons­zu­ge­hö­rig­keit kommen Menschen welt­weit mitein­an­der in Kontakt.“

Der HAM-Spirit: Soli­da­ri­tät mit Notl­eidenden ist für Amateur­funker selbstverständlich


Zum Auspro­bie­ren: Mit 32,99 Euro bewegt sich das sehr gut bewer­tete Dual­band Hand­funk­ge­rät von Boafeng in einer Preis­klasse, bei der man “nichts verkehrt machen kann”.

Funker spre­chen eine inter­na­tio­nale Spra­che, geprägt von Codes und Kürzeln, die dem Laien so unver­ständ­lich blei­ben wie Hiero­gly­phen, Runen oder Keil­schrift. „Philo­sophi­sche Dispute kann man da natür­lich nicht führen“, räumt Klaus, eben­falls ein be­geister­ter Funk­ama­teur, ein. „Der Funk­kon­takt beschränkt sich auf bestimmte Inhalte. Das schreibt schon das Gesetz vor. Poli­ti­sche und reli­giöse Themen werden ausgeklammert.“

Er sieht darin einen großen Vorteil. „Im Funk begeg­net man Menschen, die ein ge­mein­sames Inter­esse verbin­det. Staats- und Reli­gi­ons­zu­ge­hö­rig­keit spie­len keine Rolle. So war etwa während des kalten Krie­ges ein Russe ebenso will­kom­men wie ein Ame­ri­kaner – das hatte nichts mit der Soli­da­ri­sie­rung mit der Poli­tik einer Gruppe zu tun.“

Soli­da­risch zeigen sich Funker aller­dings unter­ein­an­der und auch allen Menschen in Not gegen­über. Bei Natur­ka­ta­stro­phen wie dem Lawi­nen­un­glück von Galtür sind Tele­­fon- und Handy­netze oft über­las­tet. Nicht selten sind es dann Amateur­fun­ker, die eine Funk­brü­cke aufbauen und die einzige Verbin­dung zur Außen­welt herstel­len. Ka­me­radschaft und Hilfs­be­reit­schaft – im Funker­jar­gon der „HAM-Spirit“ – sind be­zeich­nend für die Geis­tes­hal­tung eines Funkamateurs.

Tech­nisch gese­hen sind Amateur­fun­ker keine Amateure

Amateur“ ist dabei eine irre­füh­rende Bezeich­nung. Vom tech­ni­schen Stand­punkt sind die Funk­ama­teure alles andere als Amateure. „Wir müssen eine Prüfung able­gen, bevor wir uns so nennen dürfen“, erklärt Thomas. „Im Gegen­satz zu CB-Funkern, die Funk­ge­räte nur kaufen und nutzen dürfen, dürfen Funk­ama­teure Geräte auch selber bauen, bzw. umbauen.“

Expe­ri­men­tier­freude und tech­ni­sches Inter­esse müssen Funk­ama­teure mitbrin­gen. Ein wenig Pionier­geist haben sie alle. „Viele tech­ni­sche Entwick­lun­gen, wie zum Beispiel Fern­se­hen, bauen auf dem Funk auf“, ist Thomas über­zeugt. „Die Funker haben viel für die Wissen­schaft getan. Mit der welt­um­span­nen­den Kommu­ni­ka­tion haben sie nicht nur das Tele­fon vorweg­ge­nom­men, sondern auch das World wide web.“

Für ihn ist es immer wieder etwas beson­ders, mit Menschen in der ganzen Welt in Kontakt zu kommen. Manche davon kennt er seit Jahren. „Es gibt da einen Schwa­ben, der ist vor Jahren nach Austra­lien ausge­wan­dert. Jeden Sonn­tag Vormit­tag meldet er sich auf der glei­chen Kurz­wel­len­fre­quenz. So hält er Kontakte zu frühe­ren Freun­den und Kollegen.“

Wenn es zwischen Kosmo­nau­ten und Köni­gen funkt


Grund­la­gen des Amateur­funks: Lehr­gang für das Amateur­funk­zeug­nis Klasse E

Beque­mere Zeit­ge­nos­sen, denen die Bedie­nung einer Funk­an­lage zu kompli­ziert ist, mögen einräu­men, dass das auch per Tele­fon möglich wäre. „Das Schöne beim Funken ist aber auch, dass es immer wieder Über­ra­schun­gen bringt. So genau weiß man nie, wen man erreicht“, so Thomas. „Und außer­dem – haben Sie schon einmal mit einem Kosmo­nau­ten tele­fo­niert, der im All unter­wegs ist? Oder mit dem jorda­ni­schen König?“ fragt er mit einem Leuch­ten in den Augen. „Das ist ein ganz beson­ders Erlebnis.“

Dass Funken ein Hobby mit einer langen Geschichte ist, zeigt sich auch in unse­rer Spra­che. Schließ­lich hat es bei jedem von uns schon „gefunkt“, wir „funken“ manch­mal gern „dazwi­schen“ und gele­gent­lich sind wir ganz schön „verpeilt“.

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