Ausflüge in Vor­arlberg: Wild­park am Ardetzen­berg Feldkirch

on

Heimi­sche Tiere vom Adler bis zum Luchs gibt es im Wild­park Ardetzen­berg in Fel­dkirch. Und das Beste: Der Eintritt ist frei.

Eine Schnaps­idee war es nicht, die drei Män­nern 1963 an einem Stamm­tisch in den Sinn kam. Die Tier­freunde bedau­er­ten, dass viele Menschen die heimi­sche Tier­welt nur noch aus Büchern kennen. Sie grün­de­ten einen ge­mein­nüt­zigen Verein mit dem Ziel, einen Ort zu schaf­fen, an dem sich Mensch und Tier begeg­nen können. Beson­ders Jugend­li­che soll­ten so Einbli­cke in die Natur ermög­licht werden.

Stein­bock „Felix“ war der erste, der 1963 im Wild­park Feld­kirch einzog

Ursprüng­lich war der Wild­park als „Able­ger“ und Berei­che­rung des Naherho­lungs­ge­biets auf dem Feld­kir­cher Haus­berg „Ardetzen­berg“ ge­plant. Heute umfasst die Anlage mehr als hundert­tau­send Quadrat­me­ter und be­her­bergt rund einhun­dert­sech­zig Tiere aus acht­zehn Arten.

Röhren­der Rothirsch.

Rot- und Damwild machen die größte Tier­gruppe aus. In groß­zü­gi­gen Gehe­gen kann der heimi­sche Rothirsch beob­ach­tet werden. Ist er im Herbst in der Brunft, hört man sein Röhren schon aus weiter Entfer­nung. Stein­bö­cke, Muff­lons und Gemsen sind die paar­hu­fi­gen Vertre­ter aus dem Hoch­ge­birge. Der Stein­bock ist zugleich das Wahr­zei­chen des Tier­parks: Das erste Tier, das vor über fünf­zig Jahren im Park sein Quar­tier bezog, war ein Stein­bock namens „Felix“. Er ziert bis heute das Logo des Parks.

Luchse und Wölfe leben in groß­zü­gi­gen Gehegen

Das längs gestreifte Frisch­lings­fell hat dieses junge Wild­schwein bereits gewechselt.

Direkt neben den Stein­bö­cken leben die Wild­schweine. Beson­ders die etwas un­pro­por­tioniert und über­lang wirken­den Frisch­linge in ihrem gestreif­ten „Pyja­mas“ las­sen Kin­derherzen höher schla­gen. Die Nase begeis­tern sie weni­ger, aber das ge­hört dazu.

Luchse, Wölfe und Wild­kat­zen sind die Vertre­ter der heimi­schen Raub­tier­ar­ten. Ihre Ge­hege, beson­ders das der Luchse, sind außer­ge­wöhn­lich groß und sehr natur­nah ge­stal­tet (Unter­holz, Bäume, etc.). Besu­chern gereicht das manch­mal zum Nach­teil – die gut getarn­ten Luchse sind mitun­ter kaum zu sehen und nur schwer auszumachen.

Mit etwas Glück sind die Luchse dicht am Zaun — im großen Gehege mit dem dich­ten Unter­holz über­sieht man sie leicht.

Häu­fig hat man aber auch Glück – sind die Luchse in Zaun­nähe, lassen sie sich weder von Be­su­chern noch von Hunden groß­ar­tig stören.

Auch einige Vögel gibt es im Wild­park: Uhus und Stein­ad­ler sind die größ­ten und be­kann­testen. Der Wild­park dient hier auch als Auffang­sta­tion für verletzte oder ver­wais­te Jung­tiere. Die Jungen der Murmel­tiere bekommt man hinge­gen kaum zu Ge­sicht – sie machen ihrem Ruf meist alle Ehre und verschla­fen die meiste Zeit in ihren Erdlöchern.

Der Eintritt in den Wild­park Feld­kirch ist frei

Uhu in der Abendsonne.

Auf Tafeln an den Gehe­gen sind kurze Infor­ma­tio­nen zu den Tieren nach­zu­le­sen. Wer es genauer wissen möchte, kann sich einem der Tier­pfle­ger bei der Fütte­rung anschlie­ßen. Spezi­ell für Kinder­gar­ten­grup­pen und Schul­klas­sen gibt es zudem ein Wild­park­quiz und einen Lehr­mit­tel­kof­fer (Infos zu Führun­gen unter +43–5522-74105).

Eine Jausen­sta­tion, ein Kinder­spiel­platz und ein umfang­rei­cher Wald­lehr­pfad mit über sieb­zig Tafeln, auf denen es Inter­es­san­tes zur heimi­schen Pflan­zen- und Tier­welt zu lesen gibt, ergän­zen das Ange­bot des Tier­parks. Zahl­rei­che schat­tige und wenig steile Wander- und Spazier­wege am Ardetzen­berg laden zu weite­ren Spazier­gän­gen ein.

Am Ardetzen­berg werden verletzte Jung­vö­gel aufge­päp­pelt. Hier ein Steinadler.

Der Wild­park hat das ganze Jahr über und bei jedem Wetter geöff­net. Der Eintritt ist frei, was um so erstaun­li­cher ist, weil der Feld­kir­cher Tier­park der einzige seiner Art und Größen­ord­nung in Voral­berg ist. Über frei­wil­lige Spen­den zum Erhalt der Anlage freut sich der Wild­park­ver­ein. Nähere Infos und einen Anfahrts­plan finden Sie auf der Website der Tier­parks. Im Navi­ga­ti­ons­ge­rät geben Sie den Ardetzen­weg 20 in 6800 Feld­kirch ein.

Lohnend ist auch ein Feld­kirch-Besuch: Auf den arka­den­ge­säum­ten Stra­ßen der Altstadt wurde im Herbst eine Verfol­gungs­jagd für „Ein Quan­tum Trost“, den 22. James Bond Film, gedreht. Im Normal­fall ist dort aller­dings Fahrverbot.

Tipp: Für Spazier­gänge, Wande­run­gen oder Radtou­ren in der Region Feld­kirch empfeh­len wir die Kompass Radwan­der­karte “Liech­ten­stein, Feld­kirch, Vaduz” im Maßstab 1:50.000.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte geben Sie den Captcha Code ein. Dadurch wird der Missbrauch dieses Formulars durch "Spam-Robots" verhindert. Vielen Dank.