Die Königs­tour auf dem Dach von Madeira

Eine span­nen­dere Berg­wan­de­rung lässt sich auf Madeira kaum unter­neh­men. Auf spek­ta­ku­läre Weise verbin­det der Höhen­weg vom Pico do Arie­iro zum Pico Ruivo die drei höchs­ten Berge der Insel.

Vor rund fünf­zig Jahren legte die Insel­ver­wal­tung mit beacht­li­chem Aufwand den gut fünf Kilo­me­ter langen Wander­weg über die höchs­ten Gipfel Madei­ras an.
Der Pfad beginnt (oder endet) an der Mili­tär­an­lage auf dem Pico do Arie­iro (1818 m). Bis hier­her führt eine Auto­straße; ein Restau­rant mit Aussichts­ter­rasse lohnt den Besuch auch für Nicht-Wande­rer.
Der gut ausge­baute Wander­weg bietet schon am Ausgangs­punkt einen gran­dio­sen Rund­um­blick — hier nach Nord­wes­ten in Rich­tung “Stall der Nonnen”. Hinter den Gebirgs­käm­men im Norden hängt oft der Nebel.
Im Früh­som­mer blüht an den Hängen des Pico Arie­iro der Gins­ter. Oft stei­gen von der Nord­seite Wolken auf; am Nach­mit­tag hüllen sich die Gipfel häufig komplett in die Wolken.
Die Drei-Gipfel-Tour sollte man daher nur bei stabi­ler Wetter­lage in Angriff nehmen und am besten morgens star­ten. Auch an Schön­wet­ter­ta­gen blickt man vom Aussichts­punkt “Ninho da Manta”, dem “Bussard­nest” auf 1744 m oft über die Wolken, die über der Nord­küste hängen, …
… während es im Landes­in­ne­ren sonnig und klar ist.
Der Weg ist an vielen Stel­len gepflas­tert, gut ausge­baut und an ausge­setz­ten Stel­len gesi­chert.
Schwin­del­frei­heit, Tritt­si­cher­heit und gutes Schuh­werk sind auf der “Grat­wan­de­rung” dennoch nötig.
Auch eine gute Grund­kon­di­tion ist von Vorteil — wer den gesam­ten Weg vom Pico Arie­iro zum Pico Ruivo gehen möchte, muss im An- und Abstieg jeweils rund 1300 Höhen­me­ter und mehrere Tausend Stufen bewäl­ti­gen.
Mit Blick auf die stei­len Hänge fragt man sich mitun­ter, wie der Pfad über­haupt gebaut werden konnte, und wo er bitte­schön weiter geht …
Nach etwa einem halben Kilo­me­ter gabelt sich der Weg — die längere Ostroute ist aller­dings seit länge­rem gesperrt und mitt­ler­weile recht zuge­wach­sen. Auf der West­route geht es durch mehrere, teil­weise recht dunkle und unebene Tunnel — eine Taschen­lampe muss daher mit ins Gepäck.
Unter­halb des Pico das Torres führt der Weg durch einen 200 m langen Fels­tun­nel in einen halb­run­den “Felsen­zir­kus”.
Der Weg ist hier direkt in die Fels­wand gehauen. Gut zwei Drit­tel der Stre­cke zum Pico Ruivo sind jetzt bewäl­tigt — wir drehen hier vor einem weite­ren stei­len Anstieg lieber um.
Am Rück­weg begeg­net uns ein Rothuhn, …
… und jede Menge Wande­rer. Obwohl die Wande­rung anstren­gend ist, gehört sie zu den belieb­tes­ten Routen auf Madeira.
Aus gutem Grund: Die Ausbli­cke sind fantas­tisch und lohnen die Anstren­gung.
Obwohl das Gelände durch­aus hoch­al­pin ist, hat die Wande­rung dennoch einen gänz­lich ande­ren Charak­ter: Das Lava­ge­stein ist auch in gut 1800 m üppig mit Finger­hut, Gins­ter und Baum­heide bewach­sen.
Und auch der Nattern­kopf, “Madei­ras Stolz” blüht hier oben an vielen Stel­len.

 


Der Madeira-Reise­füh­rer aus dem Michael Müller Verlag.

Tipp: Auf unse­rer Madeira-Reise hat uns der Madeira-Reise­füh­rer von Irene Börjes (Michael Müller Verlag) gute Dienste geleis­tet und uns zu eini­gen Geheim­tipps geführt. Einzi­ger Wermuts­trop­fen: Die häufig zitierte alte Küsten­straße ist mitt­ler­weile auf weiten Stre­cken für den Verkehr gesperrt. Für Wande­run­gen an den Leva­das und im Gebirge haben wir den Rother-Wander­füh­rer Madeira benutzt und waren damit sehr zufrie­den. Die Touren sind detail­liert beschrie­ben, so dass die Einstiegs­punkte leicht zu finden sind und ein Verir­ren kaum möglich ist. Zur Orien­tie­rung auf der Insel haben wir die Kompass-Wander­karte Madeira im Maßstab 1:50.000 verwen­det. Da die Insel recht klein ist, passt sie auf ein einzi­ges Karten­blatt, was eine zusätz­li­che Stra­ßen­karte über­flüs­sig machte.

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