Madeira — der wilde Osten

Madeira gilt als Blumen­in­sel. Urwald­ar­ti­ges Dickicht,  ausge­dehnte Wälder und wasser­rei­che Täler mit üppi­ger Blüten­pracht prägen die Insel. Auf der Halb­in­sel im Osten zeigt sich Madeira von einer gänz­lich ande­ren Seite: Nordisch, rau, felsig und karg.

Etwa zwan­zig Kilo­me­ter weit erstreckt sich die schmale Land­zunge Sao Lorenco im Osten Madei­ras ins Meer.
Wer den letz­ten Insel­zip­fel Madei­ras erkun­den möchte, braucht festes Schuh­werk und Klei­dung für alle Wetter­la­gen: Während die Nord­seite des Weges dem Wind voll ausge­setzt ist, wird es in sonni­gen, fast wind­stil­len Mulden oft sehr warm, und man kann in den Buch­ten an der Südseite baden.
Der gut markierte Pfad gehört zu den belieb­tes­ten Wander­we­gen auf Madeira. Mitun­ter wird es stel­len­weise recht voll …
Steil fällt der schmale Grat auf beiden Seiten ins Meer ab. Bevor der Pfad mit Draht­sei­len gesi­chert wurde, war dieses Wegstück der Schre­cken der Wande­rer.
Nirgendwo sonst auf der Insel lässt sich der vulka­ni­sche Ursprung Madei­ras so gut nach­voll­zie­hen. Rote, gelbe und schwarze Gesteins­schich­ten säumen den Weg ober­halb der Steil­küste.
Deut­lich zu erken­nen sind auch dunkle, basal­ti­sche Gesteins­gänge, die spätere Ausbrü­che in verti­kale Risse gepresst haben, und die schöne Kontraste mit dem Blau des Meeres bilden.
Mit der gerin­gen Höhe von etwa 150 m kann die Halb­in­sel Sao Lourenco die Wolken, die der Wind über die Insel treibt, nicht aufhal­ten. Der oft starke Wind und der geringe Nieder­schlag lassen nur karge Vege­ta­tion zu.
Früher wurde in den Senken ein wenig Trocken­feld­bau betrie­ben und Vieh gewei­det. Seit die Halb­in­sel unter Natur­schutz steht, bleibt das Vieh im Stall, und die Besit­zer schnei­den das Futter im Früh­jahr mit der Sichel.
Außer Gräsern wächst hier nicht viel — was hier über­le­ben will, darf keine großen Ansprü­che stel­len. Neben Eiskraut und ein paar beschei­de­nen Blüm­chen blühen hier vor allem Disteln …
… in unter­schied­li­chen Farben und Formen.
Bis auf einige wenige mick­rige Krüp­pel­kie­fern ist die Halb­in­sel baum­los. Einzig an der Casa do Sard­inha, dem Infor­ma­ti­ons­zen­trum der Halb­in­sel, wach­sen einige Palmen.
Kurz hinter der Casa do Sard­inha kann man eine letzte Anhöhe erklim­men. Von dort hat man einen schö­nen Blick …
… auf die unzu­gäng­li­chen Fels­in­seln im Osten und den Leucht­turm Ilhéu do Farol.
An geschütz­ten Stel­len an der Südseite der Halb­in­sel sind einhei­mi­sche Fischer beim Angeln.

Der Madeira-Reise­füh­rer aus dem Michael Müller Verlag.

Tipp: Auf unse­rer Madeira-Reise hat uns der Madeira-Reise­füh­rer von Irene Börjes (Michael Müller Verlag) gute Dienste geleis­tet und uns zu eini­gen Geheim­tipps geführt. Einzi­ger Wermuts­trop­fen: Die häufig zitierte alte Küsten­straße ist mitt­ler­weile auf weiten Stre­cken für den Verkehr gesperrt. Für Wande­run­gen an den Leva­das und im Gebirge haben wir den Rother-Wander­füh­rer Madeira benutzt und waren damit sehr zufrie­den. Die Touren sind detail­liert beschrie­ben, so dass die Einstiegs­punkte leicht zu finden sind und ein Verir­ren kaum möglich ist. Zur Orien­tie­rung auf der Insel haben wir die Kompass-Wander­karte Madeira im Maßstab 1:50.000 verwen­det. Da die Insel recht klein ist, passt sie auf ein einzi­ges Karten­blatt, was eine zusätz­li­che Stra­ßen­karte über­flüs­sig machte.

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