Wegkreuze und Kreuz­wege: Reli­giöse Klein­denk­ma­le in Deutsch­land

Flur­ka­pel­len, Bild­stö­cke, Brücken­hei­lige und Gedenk­steine: Die Viel­falt reli­giö­ser Klein­denk­male ist über­ra­schend. Manch eines hat eine düstere Geschichte. Ende August bekommt der elfjäh­rige Josef Wi­ker von seinem Paten­on­kel eine Uhr ge­schenkt. Wenige Tage später, am 6. Sep­tem­ber 1818, wird er auf dem Nachhause­weg von der Latein­schule über­fal­len, be­raubt und er­sto­chen. Sein Mörder, ein arbeits­lo­ser Knecht, wird… 

Warum werden an St. Martin die Gänse ge­schlach­tet?

Der Gänse­bra­ten an St. Martin hat Tradi­tion. Angeb­lich sind die Gänse sogar selbst daran schuld, dass sie am 11. 11. Federn lassen müssen. Am Marti­n­i­tag geht es den Gänsen an den Kra­gen. Angeb­lich ist das Feder­vieh selbst schuld daran. Der Legende nach hatten sie näm­lich im Jahr 371 den Heili­gen Martin ver­ra­ten. Damals war Martin… 

Tier­pro­zesse und Exkom­mu­ni­ka­tion von Tie­ren: Frei­es Ge­leit für schwan­gere Mäuse!

Nachts schwir­ren Motten­schwärme ins Zimmer? Amei­sen über­ren­­nen die Kü­che? Sil­ber­fische das Bad? Früher hätte man die Bies­ter exkom­mu­ni­ziert. Nicht jeder mag es, wenn die Spat­zen von den Dächern pfei­fen. Ein Dresd­ner Pfar­rer etwa, reg­te sich 1559 so über das „verdrieß­lich große Ge­schrei“ der Sper­linge auf, dass er die dreis­ten Vö­gel, die es gewagt hatten, seinen… 

Strafer­lass für Sünder: Ab­lass und Verge­bung sind zwei Paar Schuh

Sünden verge­ben kann nach katho­li­schem Glau­ben nur Gott. Einen Ablass ge­wäh­ren kann hinge­gen auch die Kirche. Dieser verkürzt die Zeit im Fege­feuer. Sünde ist nicht gleich Sünde. Die katho­li­sche Kir­che unter­schei­det je nach Schwe­re­grad zwischen himmel­schrei­en­der Sünde, Todsünde und läss­li­cher Sünde. Sünden „die zum Himmel schrei­en“ sind im Kate­chis­mus „nur“ fünf auf­ge­führt – begin­nend mit… 

Schick­sals­zwin­ger: Warum Hufei­sen Glück brin­gen, und wie man sie rich­tig aufhängt

Ein Teufel, der über seinen Pfer­de­fuß stol­perte, ein höllisch ge­rissener Kirchen­mann und ein Liebes­brief­trä­ger erklä­ren, wa­rum Huf­eisen Glück brin­gen. Der engli­sche Prälat Dunstan, späte­rer Bischof von Canter­bury und ein begna­de­ter Schmied, staunte nicht schlecht, als eines Tages der Teu­fel höchst­per­sön­lich vor seiner Tür stand und ihn höflich bat, ihm für seinen Pfer­de­fuß ein Huf­ei­sen zu… 

Schwarz­wäl­der Hand­werks­kunst: Besuch bei der Schäppel­macherin

Aus wert­vol­len Mate­ria­lien fertig­ten Schäp­pel­ma­che­rin­nen kost­bare Braut­kro­nen. Bis zu vier Kilo konnte die Kopf­be­de­ckung wiegen. Der Schäp­pel ist eine Form der Braut­krone, die früher in ganz Deutsch­land getra­gen wurde. Heu­te sieht man ihn fast nur noch im Schwarz­wald, und auch da ist er selten ge­wor­den. Das weiße Hoch­zeits­kleid hat die al­ten Trach­ten ab­gelöst und mit… 

Schäp­pel: Je präch­ti­ger die Braut­krone, desto besser die Partie

Nur ledige Jung­frauen durf­ten den Schäp­pel tragen. Die Braut­krone verkör­perte Wohl­stand, sorgte für Kopf­schmer­zen und verpatzte manch­mal die Hoch­zeit. Frauen, die als gute Partie gelten woll­ten, muss­ten früher nicht nur etwas im, sondern auch ei­ni­ges auf dem Kopf haben. An Fest­ta­gen tru­gen sie Kränze aus Tannen­zwei­gen, Getreide oder Kräu­tern, die mit Blumen, Bändern und reifen… 

Kräu­ter­weihe: Ein alter Schutz­brauch an Mariä Him­mel­fahrt

Bis zu 99 Kräu­ter gehör­ten in einen „Kruut­wöösch“. Die ge­seg­ne­ten Sträuße soll­ten vor Blitz­schlag und Krank­heiten schüt­zen. Noch vor hundert Jahren gab es in Ratheim kurz vor Mariä Himmel­fahrt einen wahren Wett­streit unter den Jugend­li­chen. Sie streif­ten durch die Gemar­kung und such­ten das geheimnis­um­wit­ter­te „Lötz­je­blaat“. Das Kräut­lein, zu Deutsch „Os­terluzei“, war ein unver­zicht­ba­rer Bestand­teil des… 

Kehren als heilige Hand­lung: Aber­glaube rund ums Fegen

Fegen bringt Segen, wenn man es rich­tig macht. Wird jedoch verkehrt gekehrt, dann droht Unheil. Alte Kehr­vor­schrif­ten und Kehr­ver­bote helfen. Viel­leicht. Fegen ist lang­wei­lig, Kehren eine lästige Pflicht und ein Besen ein wenig gelieb­ter Alltags­ge­gen­stand, könnte man meinen. Ein Blick in das Hand­wör­ter­buch des deut­schen Aber­glau­bens belehrt eines Besse­ren. „Schmutz und Unrat sind dem Menschen… 

Klas­sisch Heira­ten: Alte Bräu­che, ihr Sinn und ihre Herkunft

Alte Hoch­zeits­bräu­che: Warum Bräute über Besen sprin­gen, Braut­jung­fern so gut schüt­zen wie ku­gel­sichere Westen und Altlän­der Bauern bei Hoch­zei­ten nie den Löffel abge­ben. Miss­güns­tige Geis­ter lieben Vermäh­lun­gen. Sie sabo­tie­ren Heirats­pläne, tanzen unein­ge­la­den auf allen Hoch­zei­ten, und wenn sie können, rui­nie­ren sie nicht nur die Feier, sondern das jun­ge Ehe­glück gleich mit. Das war die schlechte…