Dionys im Wein­mond: Bauern­regeln und Los­tage für den Oktober

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Im Weinmond „Gilbhart“ hat ein Heiliger einen fragwürdigen Lebenswandel und aus elf Jungfrauen werden elftausend. Ihre Tage verraten, wie das Wetter wird.

Okto­b­er­laub am Baum, fehlt ein stren­ger Winter kaum.

Im „Wein­mond“ Okto­ber werden Kohl, Rüben und Äpfel geern­tet. Die Tiere bekom­men ihr Winter­fell, und die Zeiger­pflan­zen des phäno­logischen Kalen­ders verlie­ren ihre Blät­ter. Das Wetter an den Losta­gen verrät, ob der Winter hart und lang oder freund­lich und kurz wird.

1. Oktober, Remigius

Der Heilige Remi­gius war der Bischof, der am Weih­nachts­tag 497, 498 oder 499 den Mero­win­ger­könig Chlod­wig I. und drei­tau­send sei­ner frän­kischen Lands­leute getauft haben soll. Der „Apos­tel der Fran­ken“ starb im hohen Alter von sechs­und­neun­zig Jahren und wurde später heilig gespro­chen.

  • Regen an Sankt Remi­gius bringt den ganzen Monat Verdruss.

2. Oktober, Leodegar

Leode­gar war ein frän­ki­scher Bischof, der ohne viel Feder­le­sens und mit frag­wür­di­gen Metho­den versuchte, Macht und Anse­hen zu gewin­nen. Im Jahre 674 wurde Leode­gar von seinem poli­ti­schen Gegen­spie­ler gefan­gen genom­men, mit einem Bohrer ge­blen­det und seiner Zunge entle­digt. Als Leode­gar dennoch weiter­pre­digte und sich an dem Verstüm­mel­ten aller­lei Wunder zeig­ten, wurde der Ränke­schmied trotz seines wenig heili­gen Lebens­wan­dels heilig gespro­chen.

  • Fällt das Laub auf Leode­gar, so ist das nächste ein frucht­bar Jahr.

9. Oktober, Dionysius (Denis, Dionys)

Okto­ber­sonne, Winzers Wonne.

Diony­sius’ Beru­fung zum ersten Bischof von Paris miss­fiel dem römi­schen Gouver­neur derma­ßen, dass er ihn enthaup­ten ließ. Der Legende nach soll Diony­sius seinen ab­ge­schla­genen Kopf aufge­nom­men, am Brun­nen gewa­schen und sechs Kilo­me­ter gen Nor­den getra­gen haben. Etwas maka­ber wird der Heilige, der zu den vier­zehn Not­hel­fern gehört, unter ande­rem gegen Kopf­schmer­zen ange­ru­fen. Mit Diony­sos, dem grie­chi­schen Gott des Weines, hat Diony­sius nichts zu tun.

  • Regnet’s an Sankt Dionys, wird der Winter nass gewiss.

15. Oktober, Theresia

Ich bin ein Weib und oben­drein kein gutes“, soll die Heilige Teresa von Ávila von sich selbst gesagt haben. Viel­leicht gilt sie wegen dieser Bereit­schaft zur Selbst­er­kennt­nis als Mysti­ke­rin uner­reich­ter Tiefe.

  • Zu Theres’ beginnt die Wein­les’.

16. Oktober, Gallus

Auf St.-Gallen-Tag muss jeder Apfel in seinen Sack.

Der Heilige St. Gallus war ein Schwei­zer Wander­mönch und Missio­nar. Er grün­dete die Stadt St. Gallen und brachte ihr auch den Bären als Wappen­tier: Einer Legende zufolge soll Gallus mit weni­gen Worten einen Bären gefü­gig und gehor­sam gemacht haben.

  • Gießt St. Gallus wie ein Fass, wird der nächste Sommer nass, ist er trocken, folgt vom Sommer noch ein Brocken.
  • St. Gallus lässt den Schnee fallen, treibt die Kuh in den Stall und die Äpfel in den Sack.
  • Ist St. Gall’ trocken, folgt ein Sommer mit nassen Socken.
  • Auf St. Galles soll daheim sein alles.
  • Wenn Gallus kommt, hau ab den Kohl, er schmeckt im Winter treff­lich wohl.

18. Oktober, Lukas

Der Heilige Lukas gilt als Verfas­ser des Luka­sevan­ge­li­ums und der Apos­tel­ge­schichte. Gele­gent­lich wird Lukas als Jünger Jesu bezeich­net; doch im Prolog des Lukas­evan­ge­liums bezeich­net sich Lukas eindeu­tig nicht als Augen­zeu­gen. Sein Kopf wird als Reli­quie verehrt – die Hälfte davon befin­det sich seit 1562 in Padua, die andere seit 1354 in Prag. Anhand des gene­ti­schen Finger­ab­drucks wurde fest­ge­stellt, dass beide Schä­del­hälf­ten zu einer Person gehö­ren und in etwa zwei­tau­send Jahre alt sind.

  • Wer an Lukas Roggen streut, es im Jahr darauf nicht bereut.
  • Um St. Lukas­tag soll das Korn schon in die Stop­peln gesät sein.
  • Ist St. Lukas mild und warm, kommt ein Winter, dass Gott erbarm.
Unsere Lese­emp­feh­lung

Bauernregeln & Lostage

Bauernregeln & Lostage - der Libellius-Ratgeber. Aus der Beob­ach­tung natür­li­cher Erschei­nun­gen entstan­den Bauern­re­geln und Sprich­wör­ter: “Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer”, “wenn die Esche blüht, gibt es keinen Frost mehr”, und “wenn die Bienen ihre Stöcke früh verkit­ten, kommt bald ein stren­ger Winter”.
Auch wenn manches davon aber­gläu­bisch klin­gen mag, so steckt doch in vielem mehr als ein Funken Wahr­heit, denn Bauern­re­geln entstan­den auf der Basis jahre­lan­ger, genauer Natur-beob­ach­tung. Viele dieser Bauern­re­geln sind an “Lostage” geknüpft – Tage, die erfah­rungs­ge­mäß eine stabile Wetter­lage brin­gen.
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21. Oktober, Ursula

Die Heilige Ursula soll mit elftau­send Jung­frauen nach Rom gepil­gert sein. In Köln wur­den aber alle Pilger von den Hunnen getö­tet – auch Ursula, die lieber starb, als dem Hun­nen­prinzen zu heira­ten. Als im 12. Jahr­hun­dert vor den Toren Kölns ein Gräber­feld aus­ge­gra­ben wurde, verkaufte man die Knochen als Reli­quien jener Jung­frauen, deren be­acht­liche Zahl wohl auf einem Über­set­zungs­feh­ler beruht – ursprüng­lich soll nur von elf Jung­frauen die Rede gewe­sen sein. Ursu­las Lebens­ge­schichte ist nicht durch glaub­wür­dige Quel­len bestä­tigt; sie gilt heute als reine Legen­den­fi­gur.

  • Ursula bringt’s Kraut herein, sonst schneien Simon und Juda rein.
  • Wie St.-Ursula-Tag anfängt, soll der Winter beschaf­fen sein.
  • Lacht Ursula der Sonnen­schein, wird wenig Schnee am Christ­fest sein.

23. Oktober, Severin

Obwohl Seve­rin der bekann­teste Bischof Kölns war, ist über sein Leben nur wenig bekannt. Er wird bei Trocken­heit um Regen gebe­ten und soll gegen Unglück helfen können.

  • Wenn’s St. Seve­rin gefällt, bringt er mit die erste Kält’.

25. Oktober, Krispin (Crispinus und Crispinianus)

Viel Nebel im Okto­ber, viel Schnee im Winter.

Cris­pi­nus und Cris­pi­nia­nus, Brüder aus vorneh­mer römi­scher Fami­lie, waren der Le­gende nach Schuh­ma­cher, die kosten­los Schuhe für die Armen fertig­ten. Weil sie ih­rem christ­li­chen Glau­ben nicht entsa­gen woll­ten, ließ man ihnen glühende Ahlen unter die Nägel stecken, sie mit flüs­si­gem Blei über­gie­ßen und auf andere fanta­sie­volle Weise quälen. Sie star­ben den Märty­rer­tod.

  • Mit Kris­pin sind alle Flie­gen dahin.

28. Oktober, Simon und Judas

Simon Zelo­tes war ein Jünger und enger Verwand­ter Jesu. Auch Judas Thad­däus war einer von Christi Jüngern – mit dem Verrä­ter Judas Iska­riot hat er nur den Namen ge­mein. Simon und Judas gingen nach Jesu Aufer­ste­hung gemein­sam nach Baby­lo­nien und Persien, um das Evan­ge­lium zu predi­gen. Beide wurden dafür hin­ge­rich­tet und star­ben als Mäty­rer.

  • Simon und Juda, ja die zwei, führen oft Schnee herbei.
  • Wenn Simon Judä schaut, so pflanze Bäume, schneide Kraut.
  • Wer Weizen sät am Simons­tage, dem trägt er gold’ne Ähren ohne Frage.

31. Oktober, Wolfgang

Der Heilige Wolf­gang war Missio­nar und Bischof von Regens­burg. 975 grün­dete er eine Domschule mit Chor, aus dem die heuti­gen „Regens­bur­ger Domspat­zen“ ent­stan­den. Wolf­gang bemühte sich zeit seines Lebens um Refor­men inner­halb der Kirche.

  • St. Wolf­gang Regen, verspricht ein Jahr voll Segen.
  • Regen am Sankt-Wolf­gangs-Tag, gut für das nächste Jahr sein mag.

Hier geht’s weiter zu den Bauern­re­geln und Losta­gen im Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, Septem­ber, Novem­ber und Dezem­ber.

Als weitere Lektüre empfeh­len wir “Die beste Bauern­re­gel für jeden Tag: 365 Regeln, die wirk­lich stim­men” von Jurik Müller. Die Regeln sind “nach heuti­gem Wissens­stand über­prüft” — ob sie wirk­lich stim­men, haben wir nicht über­prüft. Fest steht: Hier finden Sie Bauern­re­geln rund um Pflan­zen­wachs­tum und Wetter, Brauchtum, Tradi­tio­nen und Anek­do­ten zu den Regeln.