Hühner auf der Stange

Bau eines Hühner­stalls: Grund­re­geln und Tipps

05.01.2026

Jeder Hühnerstall ist anders. Ein paar grundlegende Dinge sollten Sie aber immer beachten. Richtwerte und Hinweise.

Privater Hühnerstall
Private Hühnerhaltung in Kleingruppen: Jeder Stall verfügt über einen gesicherten Auslauf.

Hühner und Stall müssen zusammenpassen. Klingt wie eine Binsenweisheit, wird aber oft vergessen. Überlegen Sie vor dem Stallbau, wie viele Hühner welcher Rasse Sie halten wollen.

Ein zwei Quadratmeter großer Stall ist für sechs Zwerghühner ein Tanzsaal. Für mit­tel­große Hüh­ner (z. B. Sundheimer) wird er ku­sche­lig, schwere Rassen wie die großen Brahmas müssen Sie fast schon stapeln.

Gene­rell sollten bei großen Hühnern nicht mehr als drei auf einen Quadratmeter kom­men. Bei mittelschweren Hühnern sind es maximal vier, bei leichten Hühnern höchstens fünf. Bei Zwerghühnern können Sie mit maximal sechs bis sieben pro Quadratmeter rechnen.

Beachten Sie, dass pro Huhn ein Auslauf von zehn bis fünfzehn Quadratmetern empfohlen wird. Der Stall muss groß genug sein, dass Ihre Hühner auch eine längere Schlechtwetterperiode oder eine Stallpflicht wegen Geflügelpest aussitzen können. Eine reine Stallhaltung sollte im Hobbybereich aber nicht vorkommen.

Ein guter Hühnerstall ist hell, luftig, trocken und sicher

Hühnerstall mit Sitzstange und Altsteirer Hühnern
Hühnerstall mit Nest und Sitzstange.

Der Stall muss trocken, hell und gut belüftet sein. Zugluft ist unerwünscht. Die Tem­pe­ratur im Stall sollte nicht unter fünf Grad sinken, in sehr kalten Regionen (und nur dort) ist daher eine Isolierung sinnvoll.

Generell wird trockene Kälte besser vertragen als große Sommerhitze. Temperaturen über dreißig Grad machen Hühnern zu schaffen, weil sie keine Schweißdrüsen haben. Der Stall darf daher nicht an der prallen Sonne stehen, damit er sich nicht zu sehr auf­heizt.

Hühner brauchen Tageslicht – pro Qua­drat­meter Stallfläche werden 0,2 Quadratmeter Fensterfläche empfoh­len. Der Boden des Stalls wird mit Sand, Sägespänen, kleinen Holzpellets oder Stroh ein­gestreut, damit die Hüh­ner ih­rem Scharrtrieb nachkommen können.

Sichern Sie den Stall gegen Raubtiere wie Fuchs, Iltis und Marder. Achten Sie auf dicht schließende Türen und Fenster. Fenster, die für die Frischluftzufuhr geöffnet werden, sollten mit feinem Maschendraht gesichert werden.

Dach, Wände und Boden dürfen keine Schlupf­löcher für die ungebetenen Gäste bieten. Denken Sie daran, dass sich gerade Mar­der noch durch Spalten quetschen, die auf den ersten Blick viel zu klein dafür wirken.

PoleTree - frei gestaltbare Hühnerstangen von Omlet Hühner sitzen gerne erhöht auf runden Holzstangen. Mit dem PoleTree Hühnterstangen-System von Omlet * schaffen Sie Platz für Ihre Hühner – ganz individuell an Ihre Bedürfnisse und Gegebenheiten anpassbar. Foto: Omlet

Nester und Schlafstangen sorgen für den Komfort der Hühner

Zum Eierlegen brauchen Hühner ein Nest. Das kann eine schlichte, mit Heu aus­ge­pols­terte Holzkiste sein. Eine einfache und leicht zu reinigende Variante ist ein Holz­ra­hmen (ohne Boden), der auf den Stallboden gelegt und mit Heu befüllt wird. Gerne nehmen die Tiere aber auch ein erhöht angebrachtes Nest an. Ein Nest reicht für etwa fünf Hühner. Hat man allerdings nur fünf, empfehlen sich zwei Nester.

Hühner bevorzugen zum Schlafen eine Sitzstange. Diese wird erhöht angebracht, für schwere, behäbige Rassen tiefer (etwa gute Kniehöhe) als für leichtere, agile Typen. Die Sitzstange muss mindestens zwanzig Zentimeter von der Wand entfernt sein. Sie sollte etwa fünf Zentimeter Durchmesser und abgerundete Kanten haben. Runde Holzstangen werden gerne angenommen, Metallstangen eignen sich nicht, da die Hühner darauf schlecht Halt fin­den.

Rechnen Sie pro Huhn mit zwanzig bis dreißig Zen­time­tern Sitzstange. Das reicht, weil Hühner zum Schla­fen gerne dicht aneinanderrücken. Damit al­le Hüh­ner Platz finden, sollten immer einige Leer­plät­ze mit ein­ge­rech­net werden. Um Strei­tig­kei­ten zu ver­mei­den, werden alle Sitz­stan­gen auf der selben Höhe angebracht. Denn der höchst­­ge­­le­­gen­ste Schlafplatz ist bei den Hüh­nern immer der be­lieb­teste.

Hühnerhaltung im eigenen Garten

Hühnerhaltung im eigenen Garten In unsererer Libellius Publikation „Hühnerhaltung im eigenen Garten“ haben wir Grundlegendes zur Biologie von Hühnern und praktische Tipps für die private Hühnerhaltung und den Stallbau zusammengetragen. Außerdem Rasseportraits geeigneter Rassen und kurioses Wissen rund ums gar nicht so dumme Huhn.

Der Stall soll auch für Menschen bequem zugänglich sein

Kuschelnde Hühner auf der Stange
Kuschelig: Hühner rücken auf Sitzstangen gerne zusammen. 20 bis 30 cm Platz braucht ein Huhn aber dennoch.

Ein gut geführter Hühnerstall stinkt nicht. Stall­hy­gie­ne und Sauberkeit sind unerlässlich für ge­sun­de Hühner. Damit das Ausmisten möglichst einfach ist, muss der Stall leicht zugänglich und ein­fach zu rei­ni­gen sein. An der Wand angebrachte Nes­ter las­sen sich leichter sauber­ma­chen, wenn sie nicht fix montiert, sondern nur mit einem Steck­sys­tem be­fes­tigt sind.

Ein Kotbrett unter den Sitzstangen erleichtert das Sauberhalten des Stalls. Damit die Hühner nicht mit dem eigenen Mist in Kontakt kommen, kann fünf bis zehn Zentimeter über dem Kot­brett zusätzlich ein Gitterrost montiert werden.

Wählen Sie bei größeren Hühnerställen ei­ne Tür­breite, durch die eine Schubkarre passt und sorgen Sie dafür, dass Ihre Hühner nicht nur im Stall hocken, sondern auch einen möglichst abwechs­lungs­rei­chen Auslauf haben. Ihre Hüh­ner werden Ihnen derlei artgerechte Hal­tung mit Gesundheit und Legefreude danken.

Tipp: Zubehör für die Hühnerhaltung
Tipp: Zubehör für die Hühnerhaltung (Omlet) Sie suchen einfach zu reinigende Ställe und Ausläufe für Ihre Hünhner? Futterautomaten, Geflügeltränken und das passende Geflügelfutter? Dann empfehlen wir einen Besuch bei Omlet*. Der Fachversandhandel bietet pfiffige und innovative Produkte rund um die Hühnerhaltung an.

Fertigstall oder Eigenbau?

Wer keine Zeit, Lust oder Möglichkeit zum Bau des maßgeschneiderten Hühnerstalls hat, findet im Handel etliche fertige Varianten in unterschiedlichen Größen und Ausführungen. Besonders für „junge“ Hühnerhalter, die sich zum ersten Mal einige wenige für Anfänger geeignete Hühner anschaffen, ist das oft einfacher und kostengünstiger.

Einige Modelle kleinerer Hühnerställe stellen wir in unserem Hühnerstall-Test vor. In solchen Ställen können Ihre Hühner sicher übernachten.

Für größere, aufrecht begehbare Hühnerställe kann ein Geräte- oder Gartenhaus aus Holz eine gute „Zwitterlösung“ aus Eigenbau und Fertigmodell sein. Das ist oft kostengünstiger als ein Hühnerstall vom Tischler, und auch handwerklich weniger Begabte schaffen es, Sitzstangen, Nester und evt. ein Absperrgitter an die Wände zu montieren.

 Eglu Cube® - Mobiler Hühnerstall mit Auslauf Rundum-Sorglos-Paket: Der Eglu Cube® von Omlet * bietet Platz für bis zu zehn (kleine) Hühner und überzeugt mit durchdachten Details, wie der herausziehbaren Kotschublade und den abwischbaren Sitzstangen. Doppelwandig isoliert hält der Stall im Winter warm und im Sommer kühl; der robuste Stahldraht-Auslauf ist mit einer Draht-Schürze ausgestattet, um Fressfeinde abzuhalten. Mit optional erhältlichen Rädern lässt sich der Hühnerstall unkompliziert versetzen. Foto: Omlet

 

Achten Sie beim Kauf eines solchen Geräte- oder Gartenhäuschens auf eine praktische Aufteilung: Bei Modellen mit einer Türe, die fast die gesamte Stirnseite einnimmt, können die Hühner leichter ausbüxen, sobald Sie die Türe öffnen. Zudem verschenken Sie gleich zwei Ecken, in denen Nistplätze und Sitzstangen montiert werden können. Der Schuppen muss dann insgesamt entsprechend größer sein – oder Sie halten bei Doppeltüren eine Hälfte geschlossen.

Gerätehäuschen als Hühnerwohnheim

Besser geeignet sind für einen solchen Umbau sind Geräte- und Gartenhäuschen mit einer seitlich gesetzten Tür. Achten Sie beim Kauf darauf, dass sich das Modell gut gegen Fuchs und Marder sichern lässt und die oben genannten Kriterien an Licht und Lüftung erfüllt werden. Unabhängig vom Modell sollten Sie auf eine gute Holzqualität achten, damit der Stall lange hält.

Eine Bodenplatte erleichtert das Ausmisten – Bodenplatten aus Holz legen Sie am besten mit einer Stallmatte aus Gummi aus, damit das Holz nicht (zu rasch) verfault. Solche Stallmatten isolieren den Stall zudem von unten. Wählen Sie Gummimatten aus dem Tierhaltungs- und Stallbereich – billige Gummimatten aus dem Werkstatt- und Heimwerkerbereich enthalten oft gesundheitsschädliche Weichmacher und riechen mitunter lange Zeit sehr streng.

Gartenhäuser aus Blech eignen sich für eine solche „Zweckentfremdung“ zur Hühnerhaltung weniger – sie sind meist weniger stabil, haben eine schlechtere Isolierwirkung und lassen sich schwerer mit Sitzstangen und ähnlichem Zubehör ergänzen.

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