Unser Rasenmäher ist halbautomatisch und wohnt im Haus. Er ist 21, hat seit seiner Geburt einen Namen, wird aber trotzdem meistens nur „Kind!“ gerufen. Um den Rasenmäher zu aktivieren, reicht es, möglichst laut „Kind – bitte den Rasen mähen!“, zu rufen. Wenige Stunden später ist der Rasen gemäht. Das ist praktisch. Für uns. Für’s Kind weniger, aber immerhin kommt der Junge so an die Luft. Was den Rasen angeht – von englischem Rasen sind wir weit entfernt, aber immerhin: Er ist kurz, grün und annähernd gleichmäßig, das reicht uns.
Das ideale Rasenmäh-Wetter und die beste Tageszeit zum Mähen

Würden wir den perfekten Rasen haben wollen, müsste das Kind sein Mähverhalten überdenken. Er mäht zum Beispiel einfach irgendwann am Tag, gerne auch in der Mittagshitze. Das ist für den Rasen eine Belastung – pralle Sonne und starke Hitze setzen dem Gras zu, und die Schnittstellen an den Halmen können austrocknen. Dann entstehen nach dem Mähen braune Stellen.
Am besten mähen Sie Ihren Rasen an einem trockenen, bewölkten Tag. Das Gras sollte trocken oder höchstens taufeucht sein. Ist es nass, klebt der Grasschnitt klumpig an den Messern des Rasenmähers, und die Halme werden ungleichmäßig abgeschnitten. Außerdem ist der Rasenmäher nach Gebrauch schlechter zu reinigen. („Ja, Kind, man kann den reinigen!“)
Ideal sind die späten Nachmittags- und frühen Abendstunden: Dann ist der Rasen über den Tag getrocknet, die Sonne hat nicht mehr die volle Kraft, und die frisch geschnittenen Gräser haben Zeit, sich über Nacht zu erholen. Wenn Sie den Rasen nach dem Mähen sprengen, sind die Abendstunden ebenfalls ideal.
Achten Sie dabei auf die Ruhezeiten, um Ärger mit den Nachbarn zu vermeiden: An Werktagen (einschließlich Samstag) dürfen Sie zwischen sieben Uhr morgens und acht Uhr abends Rasenmähen. Für laute Geräte (Benzinmotor) ist die mittägliche Ruhezeit (13.00 bis 15.00 Uhr) einzuhalten. An Sonn- und Feiertagen dürfen nur sehr geräuscharme Geräte verwendet werden – das gilt auch für Rasenmäher.
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Regelmäßiges Mähen ist für einen schönen Rasen unerlässlich. Durch den Rückschnitt wird das Wachstum der Halme angeregt (wer schon groß ist, wächst nicht mehr …). Durch das Zurückschneiden verzweigen sich die Gräser an der Basis – ähnlich wie bei gestutzten Büschen, nur in Klein. Die Fläche bleibt auf diese Weise schön dicht, und Unkraut hat schlechte Karten.

Einmal die Woche gilt als grober Richtwert für die Mähfrequenz. Den ersten Rasenschnitt im Frühjahr können Sie für April einplanen, wenn das Graswachstum beginnt (die Narzissenblüte ist ein gutes Zeichen für den richtigen Zeitpunkt, um zu düngen, zu mähen und den Rasen zu vertikutieren.) Im Frühsommer bzw. in regenreichen Perioden kann ein häufigeres Mähen nötig sein. In heißen Trockenperioden wächst der Rasen langsamer. Dann sollten Sie seltener Mähen bzw. den Rasen weniger kurz abmähen, damit die Halme nicht vertrocknen.
Mähen Sie zu häufig und zu kurz, kann der Rasen überfordert sein – die Gräser benötigen dann eine große Kraftanstrengung, um wieder zu wachsen. Diese Situation begünstigt das Wachstum von Unkraut und Moos. Vor allem der wenig beliebte Hornklee breitet sich dann rasch aus: Im Gegensatz zu Gras verbrennt er bei zu viel Sonne nicht, sondern gedeiht sogar besonders gut.
Wie kurz kann ich meinen Rasen mähen?

Vier Zentimeter gelten als gute Schnittlänge für einen normalen Gebrauchsrasen. An schattigen Stellen kann das Gras etwa einen Zentimeter länger gelassen werden, damit dei Halme genügend Sonne bekommen. Mähen Sie spätestens dann, wenn die Halme doppelt so lang sind, besser etwas früher. Ist das Gras höher als zehn Zentimeter, wird das Mähen anstrengend, und das Ergebnis ist oft nicht mehr gleichmäßig.
Wenn Sie einen hoch gewachsenen Rasen zu radikal kürzen, müssen Sie mit braunen Stellen rechnen. Der Vegatationspunkt eines Grashalms liegt etwa in der Hälfte seiner Länge: Schneiden Sie lange Halme sehr kurz, besteht die Gefahr, dass beim Mähen der obere grüne Teil zur Gänze abgeschnitten wird. Dann bleibt nur der trockene Unterteil des Halms übrig. Bei einem Schnitt unterhalb des Vegetationspunktes erholt sich der gekürzte Trieb nur langsam.

Als Faustregel gilt: Ein Drittel des Halms kann in der Länge problemlos gekürzt werden. Bei einer gewünschten Rasenhöhe von vier Zentimetern, sollten Sie also bei einer Graslänge von sechs Zentimetern erneut mähen. Ist Ihr Rasen sehr hoch geworden, sollten Sie ihn beim ersten Schnitt auf höchster Stufe mähen, und erst beim nächsten Schnitt (ein paar Tage später) die Schnitthöhe herunter setzen. So verlagert sich der Vegetationspunkt der aus dem Boden treibenden Halme allmählich wieder nach unten.
Böschungen sollten immer quer zum Gefälle gemäht werden – dadurch wird das Gras gleichmäßiger geschnitten und die Grasnarbe bei Unebenheiten weniger verletzt. Auch aus Sicherheitsgründen ist das Quer-Mähen besser: Stehen Sie an Böschungen immer auf gleicher Höhe mit dem Rasenmäher, damit Sie bei Stürzen nicht vom Mäher überrolt werden oder in diesen hineinrutschen können.
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Nicht nur mein Sohn ist ein halbautomatischer Rasenmäher. Ich war früher selbst einer, habe allerdings nie sonderlich gut funktioniert, denn meine Mutter hatte Vorstellungen vom Rasenmähen, die ich ziemlich unpraktisch fand und sofort untergraben habe, wenn sie nicht hingeguckt hat. Das absolute Rückwärts-Zieh-Verbot zum Beispiel – das habe ich regelmäßig gebrochen. Warum sollte ich nicht rückwärts ziehend mähen? Es erspart das lästige Umdrehen des Rasenmäherungetüms, und den Messern ist es schließlich egal – die drehen sich konstant und schneiden rückwärts wie vorwärts genau gleich gut. Meine Mutter hingegen fand, dass der Rasen rückwärts nicht ordentlich gemäht wird und der Rasenmäher kaputt geht.

Heute weiß ich: Wir hatten beide recht. Die Messer eines Sichelmähers (was fast alle motorbetriebenen Hand-Rasenmäher in Deutschland sind) schneiden immer gleich gut. Der Verschleiß des Rasenmähers bleibt gleich. Mäher mit einem Radantrieb lassen sich nur dann komfortabel ziehen, wenn der Radantrieb ausgeschaltet wird – zieht man ständig bei laufendem Antrieb gegen die Antriebsrichtung (vorwärts), benötigt man nicht nur unnötig viel Kraft, sondern kann auf Dauer tatsächlich den Rasenmäher schädigen. Bei Rasenmähern mit Auffangkorb wird das Schnittgut beim Rückwärtsfahren oft nicht so effektiv in den Korb geschleudert.
Obwohl die Messer beim Ziehen gleich gut arbeiten wie beim Schieben, kann das Mähergebnis schlechter ausfallen: Beim Ziehen läuft man auf dem noch nicht gemähten Gras und tritt es platt. Platt getretenes Gras wird nicht mehr so sauber geschnitten, deswegen sollte man beim Mähen immer im bereits gemähten Bereich laufen. (Anders als bei Wischen, wo man auf dem ungewischten Bereich bleibt.)
Wohin mit dem Rasenschnitt?

Ob Sie beim Mähen hin und her pendeln, oder sich im Kreis/Rechteck/Spirale bewegen, ist Geschmackssache. Eine neue Bahn sollte immer eine Radbreite in die alte, bereits gemähte Spur hineinreichen. So erzielen Sie ein einheitliches, streifenfreies Schnittbild. Eine Linienführung im Kreis erspart enge Wendungen – besonders bei großen Rasenmähern mit Auffangkorb kann das Wenden nervig sein. Wenn Sie Ihren Rasenmäher ohne Auffangkorb verwenden, hat die Kreisform einen weiteren Vorteil: Das Schnittgut wird immer auf der selben Seite ausgeworfen. Idealerweise sollte der Rasenschnitt auf der bereits gemähten Fläche landen – fällt er auf den noch nicht gemähten Bereich, werden dort die Halme niedergedrückt, vor allem, wenn das Schnittgut klumpt.
Ob Sie den Rasenschnitt nach dem Mähen zusammenrechen müssen oder einfach liegen lassen können, hängt von der Länge ab. Wenn Sie Ihren Rasen engmaschig mähen oder einen Mulchrasenmäher verwenden, können die Grasspitzen liegen bleiben. Sie dienen dann als natürlicher Humus und verbessern die Bodenqualität. Grasschnipsel mit mehreren Zentimetern Länge, sollten weggerecht werden, sonst erstickt der Rasen. Rasenschnitt ist ein gutes Mulchmaterial für Blumenbeete und lässt sich auch hervorragend kompostieren – die Erde, die nach erfolgter Verrottung aus Rasenschnitt entsteht, ist ausgesprochen fein und hochwertig.
Spindelmäher – die erste Wahl für perfekten Golfplatzrasen

Die Engländer wissen es: Wer den perfekten, kurz geschorenen Golfplatzrasen möchte, kommt um einen Spindelmäher nicht herum. Die waagrechten Walzen mit den in sich gedrehten Messern drehen sich an einer feststehenden Gegenklinge vorbei, ohne diese zu berühren. Auf diese Weise werden die Grashalme ähnlich präzise abgeschnitten, wie es bei einer Schere der Fall ist.
Bei den in Deutschland üblichen Sichelmähern rotieren die waagrechten Klingen und erzeugen einen stetigen Luftstrom. Die darin aufgerichteten Grashalme werden mithilfe starker Fliehkräfte abgeschlagen – wie mit einer Sichel oder Sense. Die Schnittstellen können ausfransen, vertrocknen und dem Rasen einen leichten Grau-Braun-Schleier verpassen. Spindelmäher hinterlassen hingegen saubere, schnell verheilende Schnittstellen an den Halmen – sie behandeln den Rasen deutlich schonender und lassen dadurch auch geringere Schnitthöhen (im Millimeterbereich) zu.
Die Präzision hat ihren Preis. Salopp gesagt sind Spindelmäher ziemliche Mimosen. Sie verhaspeln sich leicht an hohem Gras, was ein diszipliniertes und häufigeres Mähen erforderlich macht (bis zu dreimal wöchentlich). Äste oder Steine blockieren die Klingen oder ruinieren sie – vor dem Mähen müssen diese entfernt werden (die Äste und Steine, nicht die Klingen …). Auch unebenen Boden mögen Spindelmäher nicht sonderlich – für Naturgärten mit vielen Bäumen (und Wurzeln) oder Maulwurfshügeln und Ameisenhaufen sind sie nicht geeignet.

Die preiswertesten und bekanntesten Spindelmäher sind Handmäher. Sie eignen sich für (ebene) Rasenflächen bis dreihundert Quadratmeter und für Rasenfans, die sich gerne körperlich betätigen. Das Mähen ist anstrengender als mit einem Motor-Mäher – wenn der Spindelmäher sehr scharf ist, ist es aber nicht die schweißtreibende Sklavenarbeit, von der man häufig liest.
Spindelmäher sind überdies wartungsintensiver als robuste Sichelmäher – für einen sauberen Schnitt müssen die Klingen regelmäßig im Fachbetrieb geschärft und gegebenfalls justiert werden. Der Grasschnitt ist bei regelmäßigem Mähen sehr kurz und fein geschnitten – er kann liegen bleiben. Die meisten Spindelmäher werfen das Gras nach hinten aus, direkt gegen die Beine des Mähenden. Wer das nicht mag, sollte ein Modell mit Fangkorb wählen oder den Spindelmäher von Fiskars. Dieser spuckt den Grasschnitt nach vorne aus.






