Eishei­lige im Wonne­mo­nat: Bau­ern­re­geln und Los­tage für den Mai

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Im „Wonnemonat“ Mai wird das Kreuz gefunden, ein Toter sagt vor Gericht aus, und die Festtermine sind nicht fest. Ihre Tage verraten, wie das Wetter wird.

Im „Wonne­mo­nat“ Mai stehen die Bäume in voller Blüte, die Kartof­feln werden gelegt und die Zeiger­pflanzen des phäno­logischen Ka­len­ders verkün­den bereits den Früh­sommer. Doch die Eis­heiligen kommen noch einmal mit Frost, und wer nicht winter­feste Pflan­zen zu früh nach drau­ßen stellt, hat das Nach­se­hen. Die Lostage verra­ten, wann der rich­tige Zeit­punkt ist.

1. Mai, Walburga

Viel Mai-Nebel, wenig Äpfel und Birnen.

Die Heilige Walburga war eine in Süd­deutsch­land tätige Missio­na­rin. Zwei Wunder wer­den ihr zuge­schrie­ben: Die Rettung eines ver­hun­gern­den Kindes mit drei Ähren und die Be­ru­hi­gung eines toll­wü­ti­gen Hundes. Obwohl der 1. Mai auch hier­zu­lande mit Walburga in Verbin­dung gebracht wird, ist er nur in England der offi­zi­elle Gedenk­tag der Heili­gen. In Deutsch­land ist es der 25. Februar, mancher­orts auch der 12. Okto­ber und der 4. August. In der Nacht vor dem 1. Mai wird tradi­tio­nell die Walpur­gis­nacht gefei­ert.

  • Wenn zu Walpur­gis der Schleh­dorn blüht, wird zu Jakobi der Korn­schnitt.
  • Taut es am ersten Mai, gibt’s den ganzen Monat keinen mehr. Windet’s am ersten Mai, dann das ganze Jahr.
  • Regnet’s am ersten Maien­tag, viele Früchte man erwar­ten mag.

3. Mai, Philippus und Jakobus, Kreuzauffindung

Phil­ip­pus, Fischer am See Gene­za­ret, war ein Jünger von Johan­nes des Täufers, bevor Jesus ihn zum Apos­tel berief. Nach der Aufer­ste­hung Jesu verkün­dete er in seiner Heimat das Evan­ge­lium. Auch Jako­bus der Jüngere, ein Neffe der Jung­frau Maria, war ein Apos­tel Jesu. Der Legende nach kam er um, indem man ihn von der Tempel­mauer stieß und am Boden liegend totschlug. Nach Berich­ten des 4. Jahr­hun­derts war der dritte Mai auch der Tag, an dem Helena, die Mutter des römi­schen Kaisers Konsta­nin, im Heili­gen Land das Kreuz Christi fand.

  • Wie’s Wetter am Kreuz­auf­fin­dungs­tag, bis Himmel­fahrt es blei­ben mag.
  • Zu Phil­ip­pus und Jabob Regen, bedeu­tet viel Ernte­se­gen.
  • Wenn es am heili­gen Kreuz­tag regnet, werden die Nüsse leer.

4. Mai, Florian

Der Heilige Florian war ein römi­scher Beam­ter, der zum Chris­ten­tum über­trat. Er wurde erst vom Dienst suspen­diert, später gefol­tert und mit einem Mühl­stein um den Hals er­tränkt. Florian ist als Schutz­pa­tron der Feuer­wehr­leute („Floria­ni­jün­ger“) bekannt. Reich­lich flap­sig wird er im Volks­mund um Schutz vor Feuer gebe­ten: „Heili­ger St. Flori­an, verschon mein Haus, zünd’ and’re an“.

  • War’ an Ambro­sius (4. April) schön und rein, wird’s Florian um so wilder sein.
  • Der Florian, der Florian, noch einen Schnee­hut setzen kann.

7. Mai, Stanislaus

Maikä­fer­jahr — gutes Jahr.

Der Heilige Stanis­laus war ein wunder­tä­ti­ger Bischof Krakaus. Einmal soll er ange­klagt worden sein, Gut unrecht­mä­ßig über­nom­men zu haben. Darauf­hin rief Stanis­laus den verstor­be­nen Vorbe­sit­zer aus dem Grab, ließ diesen vor Gericht aussa­gen und dann wie­der in sein Grab zurück­keh­ren. Sein Gedenk­tag wird auch am 11. April gefei­ert.

  • Wenn sich naht St. Stanis­laus, rollen die Kartof­feln aus.
  • Wenn Tränen weint der Stanis­laus, das tut uns gar nicht leid, es werden blanke Heller draus, in ganz kurzer Zeit.

10. Mai, Gordian

Nach­dem der Früh­christ Gordia­nus seine ganze Fami­lie hatte taufen lassen, wurde er auf Befehl des römi­schen Statt­hal­ters Apro­nia­nus enthaup­tet.

  • Florian und Gordian rich­ten oft noch Scha­den an.
  • Dem klei­nen Gordian man nicht trauen kann.

11. bis 15. Mai, Eisheilige und Kalte Sophie

Zu den Eishei­li­gen (auch „gestrenge Herren“ oder „Eismän­ner“) zählen drei bis fünf Heilige. Meist werden genannt: Mamer­tus für den 11. Mai, Pankra­tius für den 12. Mai, Serva­tius für den 13. Mai, Boni­fa­tius für den 14. Mai und die Nasse oder Kalte Sophie für den 15. Mai. Die Eishei­li­gen sind früh­christ­li­che Märty­rer und/​oder Bischöfe. Die Eishei­li­gen bezeich­nen einen Kälte­ein­bruch im Mai, der oft noch Boden­frost bringt.

  • Vor Boni­faz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
  • Servaz muss vorüber sein, will man vor Nacht­frost sicher sein.
  • Pflanze nie vor der Kalten Sophie.
  • Vitus spricht – sä Lein, oder lass es sein.
  • Die drei „Azius“ sind strenge Herrn, sie ärgern Gärt­ner und Winzer gern.

25. Mai, St. Urban

Maire­gen auf Saaten bedeu­tet Duka­ten.

Der Heilige Urban war von 222 bis 230 Papst und soll in dieser Zeit eine große Zahl von Menschen zum Chris­ten­tum bekehrt haben. Er ist der Schutz­pa­tron des Weines, der Wein­berge und der Winzer und wird gegen Trun­ken­heit ange­ru­fen.

  • St. Urban hell und rein segnet die Fässer ein.
  • St. Urban säe Flachs und Hanf.
  • Auf Urban musst du Bohnen legen, so gedei­hen sie zum Segen.
  • Wie sich’s Wetter an Urban verhält, so ist’s noch zwan­zig Tage bestellt.

31. Mai, Petronella

Petro­nella soll nach einer Legende die Toch­ter des Apos­tels Pertus gewe­sen sein und den Märty­rer­tod erlit­ten haben.

  • Wer Hafer sät zu Petro­nell, dem wächst er gut und schnell.
  • Gibt es an Petro­nella Regen, wird sich auch das Getreide legen.
  • Ist es klar an Petro­nell, messt den Flachs ihr mit der Ell’.

Bewegliche Lostage – Bauernregeln für Christi Himmelfahrt, Pfingsten und Fronleichnam

Das Datum der drei Hoch­feste Christi Himmel­fahrt, Pfings­ten und Fron­leich­nam hängt vom Datum des Oster­fes­tes ab, welches sich wiederum sich nach dem ersten Früh­lings­voll­mond (erster Sonn­tag danach) rich­tet. Alle drei Feste können auch erst im Juni sein.

  • Regen an Himmel­fahrt, vier­zig Tage seiner Art.
  • Scheint an Himmel­fahrt die Sonne, bringt der Herbst uns große Wonne.
  • Nasse Pfings­ten, nasse Weih­nach­ten.
  • Regnet’s am Pfingst­sonn­tag, so regnet’s sieben Sonn­tag.
  • Regnet’s am Fron­leich­nams­tag, regnet’s noch vier Wochen danach.
  • Fron­leich­nam schön und klar, sagt an ein gutes Jahr.

Hier geht’s weiter zu den Bauern­re­geln und Losta­gen im Januar, Februar, März, April, Juni, Juli, August, Septem­ber, Okto­ber, Novem­ber und Dezem­ber.

Als weitere Lektüre empfeh­len wir “Die beste Bauern­re­gel für jeden Tag: 365 Regeln, die wirk­lich stim­men” von Jurik Müller. Die Regeln sind “nach heuti­gem Wissens­stand über­prüft” — ob sie wirk­lich stim­men, haben wir nicht über­prüft. Fest steht: Hier finden Sie Bauern­re­geln rund um Pflan­zen­wachs­tum und Wetter, Brauchtum, Tradi­tio­nen und Anek­do­ten zu den Regeln.

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