Motorsensen eignen sich hervorragend zum Schneiden von Unkraut, Gras oder jungen Gehölzen, die für das Mähen mit dem Rasenmäher zu hoch sind oder aufgrund des Geländes nicht erreicht werden können. Die Geräte werden mit unterschiedlichen Schneidwerkzeugen angeboten – meist ist das ein Fadenkopf oder ein einfaches Grasmesser. Bei guten Geräten kann der Aufsatz ausgetauscht werden, und es sind zusätzliche Messer für spezielle Anforderungen erhältlich.
Messer oder Faden: Welches Schneidwerkzeug brauche ich?

Diese Frage sollten Sie sich stellen, bevor Sie eine Motersense kaufen, denn die Wahl des Schneideaufsatzes ist ausschlaggebend dafür, wie viel Motorleistung ein Freischneider haben muss. Die Art des Schneidewerkzeugs hängt wiederum vom Einsatzzweck der Sense ab. Die Schneidwerkzeuge und ihr Einsatzbereich im Überblick:
- Fadenkopf: Fadenköpfe funktionieren mit dem Prinzip der Fliehkraft: Die weichen, nachgiebigen Kunststoffäden in der Spule werden durch die schnelle Rotation straff gezogen – bei vielen Modellen justiert sich die Fadenlänge durch die Kombination von Fliehkraft und Abrieb selbständig. Je dünner der Faden, desto sauberer der Schnitt – im Gegenzug werden dickere Fäden auch mit kräftigeren Pflanzen fertig. Fadenköpfe eignen sich vor allem für feinere, weichere Gräser wie Rasenkanten oder Wiesenstücke. Bei dickeren Stängeln (z. B. Disteln, Ampfer) oder Gestrüpp kommen sie an ihre Grenzen. Dafür richten Fadenschneider deutlich weniger (bis gar keine) Schäden an, wenn Sie aus Versehen einen Baum oder einen lackierten Zaunpfahl erwischen. Das ermöglicht es, gefahrlos deutlich näher an Gegenstände heranzumähen. Je nach Einsatzgebiet und Dicke des Schneidfadens reicht hier eine schwache bis mittelstarke Motorsense (ab ca. 500 W).
- Grasblatt: Grasblätter haben mehrere Messer und eignen sich gut für größere Flächen. Mit einem Grasschneideblatt wird das geschnittene Gras nicht so sehr zerstreut – es lässt sich hinterher einfacher zusammenrechen. Der Aufsatz eigent sich für normale Grasdicken und benötigt einen mittelstarken Antrieb (ab ca. 800 W) .

- Dickichtmesser: Das drei- oder vierzahnige Messer schafft Brombeerranken, Disteln, Brennnesseln und anderes Gestrüpp. Auch verholzte Triebe von Büschen oder Bäumen (bis ca. 1,5 cm Durchmesser) können damit gekappt werden – zum Beispiel beim Ausmähen von Viehweiden oder Gartengrundstücken am Waldrand. Das Dickichtmesser braucht eine leistungsstärkere Motorsense, um effektiv angetrieben zu werden (ab ca. 1000 W).
- Sägeblatt: Das vielzahnige Sägeblatt schneidet Äste (je nach Modell bis zu einem Durchmesser von acht Zentimetern), verholzte Sträucher und hartes Gestrüpp. Zum Mähen von Grasflächen ist es eher ungeeignet. Zum Antrieb wird zwingend eine leistungsstarke Motorsense benötigt (ab ca. 1500 W).
- Häckselmesser: Das Häckselmesser ist ein ein zwei- oder dreischneidiges Blatt mit nach unten gebogenen Messerspitzen. Bauartbedingt zerkleinert das Messer das Schnittgut sowohl waagrecht als auch senkrecht und fetzt es in kleine Stücke. Es ist für den bodennahen Einsatz in Gestrüpp und Hecken mit dickerem Holz (bis zu einem Durchmesser von ca. 5 cm) geeignet und benötigt eine wirklich kraftvolle Motorsense (ab ca. 1500 W). Für akkurate Feinschnitte, die optisch was hermachen sollen, ist es nicht das Mittel der Wahl …
- Wild- oder Unkrautbürste: Endweder als Rundbürste mit Nylonfäden oder Metalldrähten oder als Fadenkopf mit acht oder mehr Kunststofffäden (sieht ein wenig wie ein Oktopus aus). Die Unkrautbürste eignet sich zur Entfernung von Moos, Algen und Flechten von Pflasterflächen oder Randsteinkanten sowie zur Fugenreinigung.
Richtig mähen mit der Motorsense – Mähtechnik und Haltung

Um gute Ergebnisse zu erzielen und auch längere Zeit kräftesparend arbeiten zu können, ist der richtige Sitz des Schultergurts wichtig. Ziehen Sie die Schultergurte gleichmäßig stramm, so dass der Gurt symmetrisch und nicht zu locker sitzt. Der Bauchgurt sollte knapp unterhalb des Rippenbogens, der Karabiner zum Einhaken der Sense rund eine Handbreit unterhalb der Hüfte liegen.
Überprüfen Sie, ob das Gewicht der Motorsense gut ausbalanciert ist, indem Sie die Handgriffe loslassen, wenn die Sense eingehakt ist – der Schneidkopf sollte sich jetzt so weit absenken, dass er (ohne Gewicht) auf dem Boden aufliegt (oder knapp darüber schwebt).
Die Mähtechnik ergibt sich fast von selbst: Bewegen Sie die Motorsense im Halbkreis von rechts nach links und gehen Sie dabei schrittweise vorwärts. Auf diese Weise fällt das Mähgut auf die bereits gemähte Fläche.

Bei sehr hohem oder zähem Gras empfiehlt sich ein „2-Phasen-Schnitt“: Schneiden Sie mit der ersten Bewegung von rechts den oberen Teil des Grases ab, mit der Gegenbewegung von links dann den unteren. Auch auf diese Weise bleibt das Schnittgut auf der linken Seite liegen.
Für große, ebene Flächen bietet es sich an, diese gedanklich in Quadrate aufzuteilen: Mähen Sie dann jedes Quadrat von außen nach innen. An Hängen und Böschungen empfiehlt sich die „Streifenmethode“ – beginnen Sie am unteren Rand der Böschung und mähen Sie einen ersten Streifen (waagrecht in Bezug auf die Böschung) frei. Gehen Sie dann in der ausgemähten Bahn zurück und mähen Sie aus der selben Richtung kommend die nächste, darüberliegende Bahn. Auf diese Weise bleibt auch hier das Schnittgut auf der bereits gemähten Fläche liegen.
Für das Mähen von Rasenkanten gilt: Erst die Kante, dann die Fläche. Das Schnittgut wird dann beim Nachmähen mit dem Rasenmäher gehäkselt und mit aufgenommen.
Sicherheitsaspekte und Schutzausrüstung

Überprüfen Sie das abzumähende Stück erst optisch, bevor Sie loslegen: Überprüfen Sie, ob Sie sicheren Stand zum Arbeiten haben – unterschätzen Sie nicht die Rutschgefahr an Böschungen oder bei Regen und Schnee. Entfernen Sie Stolperfallen (oder merken Sie sich zumindest deren Position) und achten Sie vorallem in der Brut- und Setzzeit auf Tiere. Rehkitze, bodenbrütende Vögel oder auch Hasenbabys, die nicht vor Gefahr fliehen, sondern sich durch Wegducken schützen, werden schneller übersehen, als man meinen würde.
Achten Sie darauf, dass Sie beim Mähen Ihre Ruhe haben – Kinder, Haustiere, Freunde, Mitarbeiter, etc. haben in einem Umkreis von fünfzehn Metern nichts verloren. Verletzungsgefahr besteht hier nicht nur durch ein Hineinlaufen in die Messer, sondern vor allem auch durch weggeschleuderte Steinchen, Holzschnipsel oder andere Gegenstände. Halten Sie aus diesem Grund auch Abstand zu Fensterscheiben, Autos und anderen Dingen, sonst besteht die Gefahr von Sachbeschädigung. Achten Sie auch darauf, dass beim Mähen neben hellen Hauswänden das Gras nicht an der Hauswand landet – vor allem in nassem Zustand kann es die Hauswand ungewünscht grün färben.
Überprüfen Sie die Motorsense vor jeder Benutzung auf Schäden: Ist der Kraftstofftank dicht? (Bzw. sitzt der Akku sicher?) Sind Start-Stopp-Hebel, Gashebel und Gashebelsperre leichtgängig? Stoppt das Gerät automatisch, wenn Sie den Gashebel loslassen? Sitzt das Schneidwerkzeug sicher und lässt sich ohne Widerstand drehen? Sind die Handgriffe sauber und ölfrei und ermöglichen einen sicheren Griff? Sind Laufteller und Spritzschutz noch intakt?

Arbeiten Sie nach Möglichkeit nie ganz alleine, sondern sorgen Sie dafür, dass andere Personen einen Notfall bemerken und Hilfe leisten können. Halten Sie sich auch einen Fluchtweg offen – es kann schon mal vorkommen, dass Sie ihr Mähgebiet übereilt verlassen müssen, sei es, weil etwa die Motorsense Feuer fängt, sei es, weil Sie versehentlich ein Erdwespennest aufgestört haben.
Tragen Sie beim Mähen festes Schuhwerk mit gutem Profil, eng anliegende Kleidung (gegebenenfalls Schnittschutzhosen), und eine persönliche Schutzausrüstung wie Handschuhe und Ohrenschützer. Besonders bei der Arbeit mit einem Häckselmesser ist eine Schutzbrille und/oder ein Gesichtsschutz dringend angeraten; bei der Arbeit in Wald und Gestrüpp ist zudem ein Helm unerlässlich.
Wartung von Motorsensen mit Elektro- und Benzinmotor

Regelmäßige Wartung und die richtige Lagerung verlängern die Lebensdauer Ihrer Motorsense erheblich. Motorsensen mit Benzinmotor sind hierbei deutlich wartungsintensiver als solche mit Elektromotor. Unabhängig von der Antriebsart sollten Spritzschutz und Schneidwerkzeuge nach jedem Gebrauch mit einem feuchten Lappen oder einer weichen Bürste gereinigt werden. Wasser reicht dafür meistens – bei hartnäckigen Verschmutzungen kann Allzweckreiniger oder Spülmittel verwendet werden. Lassen Sie Metall-Schneidwerkzeuge regelmäßig schleifen bzw. ersetzen.
Prüfen Sie außerdem regelmäßig, ob Schrauben und Muttern (außer Einstellschrauben) fest sitzen und ziehen Sie diese bei Bedarf nach.
Reinigen Sie bei Benzinmotoren zudem regelmäßig den Luftfilter und tauschen Sie ihn spätestens dann aus, wenn er sichtbare Veränderungen hat. Ein absterbender Motor kann ein Zeichen für einen verstopften oder defekten Luftfilter sein. Auch der Saugkopf ist ein Verschleißteil – je nach dem, wie oft Sie die Sense benutzen, sollte er jährlich bzw. spätestens bei Störungen getauscht werden.
Reinigen Sie bei Bedarf den Kraftstofftank und überprüfen Sie vor jedem Arbeitsbeginn und nach jeder Tankfüllung den Vergaser: Im Leerlauf dürfen sich die Schneidwerkzeuge nicht mitdrehen. Tun sie es, muss der Vergaser neu eingestellt werden. Die Zündkerzen sollten regelmäßig überprüft und etwa alle hundert Betriebsstunden erneuert werden. Überprüfen Sie auch die Getriebeschmierung. Halten Sie sich bei allen Wartungsarbeiten an die Bedienungsanleitung oder lassen Sie sie von einem Fachmann durchführen.
Richtige Lagerung von Elektro- und Benzin-Motorsensen

Motorsensen sind meist nur saisonal in Gebrauch – vor allem in der langen Winterpause ist die richtige Lagerung des Geräts wichtig. Unabhängig davon, welchen Antrieb die Sense hat, sollte sie trocken, gesäubert und am besten hängend gelagert werden. Garage, Gerätehaus oder Gartenschuppen sind dafür ideal. Auch Metallwerkzeuge mögen es trocken: Reinigen Sie metallene Schneidwerkzeuge nach der letzten Benutzung im Herbst gründlich und tragen Sie Korrisionsschutz auf, um ein Rosten zu vermeiden.
Anders ist es mit Fadenspulen: Mähfäden benötigen Feuchtigkeit, um längere Zeit elastisch zu bleiben. Nehmen Sie die Fadenspule ab, säubern Sie sie, und legen Sie sie in Wasser. Dort kann der Faden bis zum nächsten Einsatz bleiben. Ein Wechseln des Wassers ist nicht nötig. Wenn Sie den Faden trocken lagern, sollten Sie ihn vor der ersten Benutzung ein bis zwei Tage in Wasser legen – so wird er wieder geschmeidig.
- Lagerung von Benzin-Motorsensen: Entleeren Sie bei Benzin-Motorsensen vor dem Einlagern den Tank vollständig. Lassen Sie dann die Sense so lange im Leerlauf laufen, bis der Motor ausgeht – das leert den Vergaser. Betreiben Sie Benzinmotoren dabei immer im Freien, nicht in geschlossenen Räumen. Bauen Sie die Zündkerze aus, reinigen Sie diese die Zündkerzen und lagern Sie sie trocken und sauber. Lassen Sie die Motorsense an einem geschützten, luftigen Ort vollständig trocknen, bevor Sie es wegräumen.

Hätten Sie’s gewusst (wir nicht …)? Fadenköpfe werden am besten nass gelagert, damit sie geschmeidig bleiben. - Lagerung von Elektro-Motorsensen: Ziehen Sie den Netzwerkstecker aus der Steckdose und befestigen Sie das Kabel am Gerät. Achten Sie bei der Säuberung der Elektrosense vor allem auf die Luftschlitze zur Motorkühlung.
- Lagerung von Akku-Motorsensen: Entfernen Sie den Akku und lagern Sie ihn getrennt von der Motorsense und vom Ladegerät. Ideal ist ein Ladestand von ca. zwei Dritteln (lassen Sie den Akku nicht im Ladegerät!) und eine Lagertemperatur zwischen maximal -10 und +50 Grad Celsius. Moderatere Temperaturen verlängern die Lebenszeit des Akkus. Ziehen Sie den Netzwerkstecker des Ladegeräts und lagern Sie dieses trocken bei einer Temperatur zwischen +5 und maximal +40 Grad.





