Ein eigenes Gewächshaus im Garten ermöglicht auch in kühleren Klimazonen den Anbau mediterraner Gemüsesorten und verlängert die Erntesaison für Salate, Erbsen und Co. Grundlage für eine gute Ernte ist eine ausreichende und vor allem individuelle Bewässerung der Pflanzen.
Säufer und Knauser: Individueller Wasserverbrauch muss berücksichtigt werden

Der geschlossene Raum und die fehlende Luftbewegung schaffen in einem Gewächshaus ein Kleinklima, das sich oft erheblich von den Gegebenheiten im restlichen Garten unterscheidet. Weil Hitze und Verdunstungsfeuchtigkeit nicht entweichen können, ist es deutlich wärmer, und die Luftfeuchtigkeit ist meist erheblich höher als im Freiland.
Gurken, Tomaten, Paprika und Co. danken es mit einem besonders üppigen und ertragreichen Wachstum – sofern sie genügend Nährstoffe und vor allem Wasser zur Verfügung haben. Der Wasserbedarf ist dabei sehr unterschiedlich: Paprika und Tomaten zählen zu den „Starkzehrern“ – eine Tomatenpflanze benötigt rund 500 ml Wasser täglich. Sobald sie anfängt, Früchte auszubilden, steigt der Wasserbedarf bis auf 800 ml täglich.

Erbsen und Feldsalat hingegen gehören zu den „Schwachzehrern“ – sie kommen mit deutlich weniger Wasser zurecht. Kräuter wie Rosmarin und Thymian wiederum leiden unter zu großen Wassermengen.
Wer von Hand mit der Gießkanne gießt, kann die Wassermenge „nach Sicht“ (und Gefühl) an die Pflanzen anpassen – und schleppt im Laufe der Gartensaison selbst für einige wenige Tomatenpflanzen viele Hunderte Liter Wasser. Wer sich das sparen möchte, kann auf eine automatische Bewässerung zurückgreifen.
Rasensprenger im Gewächshaus? Lieber nicht …
Der Einsatz von Gartenschläuchen mit Rasensprengeraufsatz ist in Gewächshäusern meist keine Option. Mit der gleichmäßigen Beregnung wird dem individuellen Wasserbedarf unterschiedlicher Gewächse nicht Genüge getan.

Insgesamt ist es ratsam, Nutzpflanzen an den Wurzeln und nicht an den Blättern zu gießen – das vermeidet nicht nur Brandflecken auf den Blättern, sondern mindert auch das Risiko von Fäulnis, Pilzerkrankungen und ähnlichem. Das punktuelle Gießen im Wurzelbereich spart zudem Wasser und erschwert es Unkräutern, sich im (trocken bleibenden) Bereich zwischen den Pflanzen breit zu machen.
Wird im Gewächshaus von oben beregnet, sind Sprühregner bzw. Nebler besser geeignet. Hier wird das Wasser in so kleinen Tröpfchen abgegeben, dass die Pflanzen gleichmäßig benetzt werden. Die Luftfeuchtigkeit bei dieser Bewässerungsart ist vergleichsweise hoch, und die Methode eignet sich am besten für Gewächse, die ein feuchtwarmes Klima bevorzugen.
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Für alle anderen Pflanzen empfiehlt sich das punktuelle Gießen mit Tropfschläuchen. Lochschläuche sind als Meterware im Bau- und Pflanzenmarkt erhältlich. Sie werden in mehr oder weniger engen Abständen entlang der Pflanzenreihe verlegt. Durch die Löcher wird tröpfchenweise Wasser abgegeben. Über die Lochgröße und den Wasserdruck auf der Leitung lässt sich die Menge des abgegebenen Wassers regulieren.
Tropfschläuche eignen sich gut für den Anschluss an den häuslichen Wasseranschluss oder an eine Pumpe am Regenwasserfass. Bei zu hohem Wasserdruck geben solche Tropf- oder Perlschläuche in zu kurzer Zeit zu viel Wasser ab – der Einbau eines Druckminderers zwischen der Wasserzuleitung und den abzweigenden Perlschläuchen kann hier notwendig sein.
Etwas aufwendiger, dafür individueller justierbar, sind Tropfschläuche mit eingebauten Springklern. Das kompakte Schlauchsystem wird im Gewächshaus ausgelegt und an den entsprechenden Stellen ein Ventil eingesetzt. Je nach Einstellung gibt dieses mehr oder weniger viel Wasser ab. Der Vorteil ist, dass sich jedes Ventil einzeln einstellen lässt und damit eine sehr gezielte Bewässerung möglich ist.
Viele Systeme lassen sich mit Bewässerungscomputern oder mit dem Smartphone steuern – die Bewässerung läuft dann vollautomatisch, auch im Urlaub.
Tropf-Blumat: Tonkegel messen den Wasserbedarf
Auch das System von Blumat arbeitet mit Tropfschläuchen. Das Besondere daran: Ganz ohne Stromanschluss oder Computer misst der Tropf-Blumat die Feuchtigkeit im Boden und gibt nur Wasser ab, wenn dieser trocken ist. Das funktioniert über Tonkegel, die in regelmäßigen Abständen ins Erdreich gesteckt und mit Tropfschläuchen verbunden werden.
Die porösen Tonkegel werden mit Wasser gefüllt, welches nicht in erster Linie der Bewässerung dient, sondern der Steuerung der Bewässerung. Wird der Boden in der Umgebung des Tonkegels trocken, wird diesem Feuchtigkeit entzogen. Auch der Kegel beginnt, auszutrocknen – im inneren entsteht ein Unterdruck.
Dieser wiederum öffnet das Ventil für die Wasserzufuhr. Ist der Boden (und der Kegel) feucht genug, schließt sich dieses wieder und die Wasserabgabe wird gestoppt – bis zur nächsten Trockenphase.
Das System funktioniert rein physikalisch und ist hervorragend für die Verwendung mit einer Regenwassertonne oder einem Wassertank geeignet. Wichtig ist, das der Wasserbehälter mindestens einen Meter höher steht als die Tropfkegel – nur so wird ausreichend Wasserdruck durch die Schwerkraft erzeugt.
Sowohl bei einfachen Tropfschläuchen als auch beim Blumat-Tropfer sollten Sie auf sauberes Gießwasser achten – Schmutz oder Algen im Wasser verkleben und verstopfen die dünnen Schläuche und die kleinen Löcher leicht.
Wasser sparen, aber wie?

Pflanzen brauchen Wasser, Wasser kostet Geld – je weniger Wasser Sie beim Gießen verschwenden, desto rentabler ist die Aufzucht eigenen Gemüses auch finanziell.
Die Verwendung von kostenlosem Regenwasser, das in entsprechenden Regentonnen gesammelt wird, spart nicht nur Geld, sondern ist auch gut für die Pflanzen: Das kalkarme, weiche Wasser ist gut verträglich, weil es dem entspricht, was Pflanzen unter freiem Himmel gewöhnt sind. Wasser aus der Leitung ist oft stark kalkhaltig und/oder enthält Mineralstoffe, auf die empfindliche Pflanzen sensibel reagieren.
Auch mit der Gießmethode können Sie den Wasserverbrauch optimieren: Gießen Sie nicht großflächig, sondern nur im Wurzelbereich – und gießen Sie nur, wenn es wirklich nötig ist. Das Mulchen des Untergrunds erhöht die Wasserspeicherung im Boden und erschwert es zudem auch Unkraut, sich auszubreiten. Entfernen Sie Unkraut schon wenn es noch klein ist – mit seiner Pfahlwurzel gräbt ein ausgewachsener Löwenzahn seinen Nachbarn im wahrsten Sinn des Wortes schon mal das Wasser ab.

Bei unterirdischer Verlegung soll dieser Tropfschlauch im Vergleich zur oberirdischen Verlegung bis zu 70% Wasser sparen.
Eine hoch platzierte Regentonne reicht: Tropf-Blumat “misst” den Feuchtigkeitsgehalt im Boden rein physikalisch und ist optimal für Standorte ohne Elektro- und Wasseranschluss.
Die porösen, mit Wasser gefüllten Tonkegel, reagieren auf Austrocknung: Nur bei trockenem Boden wird auch gegossen.





