Heiß auf Eis? Unbedingt! Schon Kaiser Nero und Alexander der Große waren eiskalte Genießer – nur dass sie nicht einfach in die Eisdiele am Eck gehen konnten, sondern Schnee und Eis für die Kühlung und Herstellung speiseeisartiger Sorbets per Stafelläufer von den Alpengipfeln holen ließen. Erst 1651 war der Gang zur Eisdiele möglich – nicht, wie man meinen könnte, in Italien, sondern in Paris, von wo aus die heißbegehrte, kalte Köstlichkeit sich über Europa ausbreitete.
Eigene Eismaschinen: Ideal bei Unverträglichkeiten und Allergien

Die erste Eisdiele in Deutschland eröffnete – vermutlich – 1799. Im Hamburger Alsterpavillion – vermutlich. So ganz genau weiß es keiner mehr, vermutlich (!) waren die damaligen Chronisten und Journalisten so begeistert vom Eis, dass sie darüber die exakten Aufzeichnungen vergaßen. Eis war damals noch eine luxuriöse Ausnahme.
Heute konsumieren die Deutschen pro Kopf durchschnittlich 8,7 Liter Speiseeis im Jahr, und es gibt knapp 5.500 Eisdielen in Deutschland – 2005 waren es noch 6.870. Dass die Zahl rückläufig ist, mag am vermehrten Kauf von Eis im Supermarkt liegen. Oder an den mittlerweile doch recht üppigen Preisen: Fast überall kostet eine Kugel Eis deutlich über einen Euro.
Für Eisliebhaber und Viel-Esser ist die Anschaffung einer Eismaschine und die eigene Herstellung von Speiseeis daher durchaus zu einer finanziell lohnenden Alternative geworden. Vorteile hat die eigene Herstellung auch für Veganer und/oder Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten oder Allergien: Wer sein Eis selbst herstellt, hat die volle Kontrolle über die Inhaltsstoffe.
Kurbelte George Washington die Eiswirtschaft an?
Eismaschinen gibt es schon seit Ende des 18. Jahrhunderts – das erste brauchbare Gerät für den Haushalt erfand die amerikanische Hausfrau Nancy Johnson – sie funktionierte ganz ohne Strom (die Eismaschine, nicht die Hausfrau …). Eine Mischung aus Eiswasser und Salz sorgte für die Kühlung – die unverzichtbare Kurbel wurde von Hand gedreht.
George Washington soll einer der ersten Käufer gewesen sein. Ob er die Kurbel selbst bewegte, wenn er seinen Gästen auf Gut Mount Vernon servieren ließ, ist nicht überliefert. Heute gibt es elektrisch betriebene Eismaschinen fix und fertig zu kaufen; stundenlang von Hand rühren muss keiner mehr.
Gerührt werden muss allerdings auch heute noch, denn wer seine Eismischung einfach ins Kühlfach stellt, erhält einen Eisklotz, und kein cremiges Speiseeis. Das ständige Rühren während des Kühl- und Gefriervorgangs verhindert die Bildung großer Eiskristalle. Selbst hergestelltes Eis aus einer guten Eismaschine kann in der Konsistenz durchaus mit gekauftem Eis mithalten – sofern man es direkt nach der Herstellung isst. Bewahrt man es längere Zeit im Eisfach auf, werden die meisten Eismischungen zu hart oder bilden Eiskristalle.
Eismaschinen ohne Kompressor – für Einsteiger und Planer
Grundsätzlich gibt es auf dem Markt aktuell zwei verschiedene Systeme: Eismaschinen mit Kompressor – und solche ohne. Eismaschinen ohne Kompressor können nicht selbst für eine aktive Kühlung sorgen. Sie kühlen passiv und bestehen meist aus einem doppelwandigen Gefäß, welches mit Kühlflüssigkeit gefüllt ist (vergleichbar mit den Akkus für Kühlboxen).
Das gesamte Gefäß wird in der Tiefkühltruhe vorgekühlt – das dauert je nach Modell zwischen acht und vierundzwanzig Stunden. Bei etlichen Modellen müssen auch die Zutaten fürs Eis vorgekühlt oder angefroren sein. Letztere werden in den kalten Behälter mit der Rühreinheit gefüllt, und die Maschine übernimmt das Rühren. Etwa eine Stunde später ist das Eis fertig.
Eismaschinen ohne Kompressor sind vergleichsweise günstig, sie brauchen bei gleichem Fassungsvermögen deutlich weniger Platz als Modelle mit Kompressor, und sie sind deutlich leiser im Betrieb. Sie eignen sich gut für alle, die nur gelegentlich kleinere Mengen Eis herstellen.
Nachteil solcher Maschinen ist die lange Kühlzeit der Akkus, die in der Kühltruhe viel Platz weg nehmen. Wer nicht das Glück hat, einen geräumigen Tiefkühlschrank zu besitzen, in dem die Kühleinheit ihren fixen Platz hat, für den ist die spontane Eisherstellung nicht machbar, sondern will geplant sein. Sollen verschiedene Sorten Speiseeis hergestellt werden, benötigen die Akkus erneut ihre Kühlzeit.
Tipp: Für Küchenmaschine wie den Kitchen Aid gibt es spezielle Aufsätze zur Eisherstellung als Zubehör.
Eismaschinen mit Kompressor – für Profis und Spontane
Eismaschinen mit eigenem Kompressor haben hingegen alles inklusive und stehen den Profigeräten in Eisdielen kaum nach: Sie kühlen aktiv, brauchen keinen Vorlauf, und auch die Zutaten müssen nicht angefroren werden. Spontane Lust auf frisches Eis? Je nach Modell lässt sich Eis in einer Kompressormaschine unkompliziert und auf Knopfdruck in einer halben bis einer Stunde herstellen. Auch die Herstellung mehrere Eissorten ist so in überschaubarer Zeit machbar – zumal es sogar Modelle mit zwei Eisbehältern gibt, in denen zwei Sorten gleichzeitig hergestellt werden können.
Nachteil dieser Maschinen: Sie sind deutlich teurer (ab ca. 150 Euro) als ihre Verwandten ohne Kompressor (ab ca. 50 Euro), sie sind recht groß und oft auch schwer (bis zu Mikrowellengröße und mehrere Kilo), und sie sind im Betrieb recht laut (bis zu 70 dB, das entspricht dem Dauerschallpegel an einer Hauptstraße).
Ideal sind solche Maschinen für alle, die viel, oft und spontan Eis machen (dann amortisiert sich die Anschaffung spätestens im zweiten Sommer), und die einen gut erreichbaren, festen Standort für die Maschine haben.
Worauf Sie beim Kauf einer Eismaschine achten sollten
Unabhängig davon, ob Sie sich für ein Modell mit oder ohne Kompressor entscheiden, muss der Motor der Rühreinheit stark genug sein, um die Eismasse auch in gefrorenem Zustand gut durchrühren zu können. Bei Kompressormaschinen ist das meist von Haus aus gegeben – bei billigen Kühlakku-Modellen lohnt sich ein Blick in die Bedienungsanleitung und Typenbeschreibung.
Dort findet sich (manchmal …) auch die Betriebslautstärke. Diese kann vor allem bei Kompressormaschinen erhebliche Unterschiede aufweisen. Wer lärmempfindlich ist, sollte hier besonders genau hinsehen.
Achten Sie auch auf eine einfache und unkomplizierte Bedienung und Reinigung der Maschine. Ist die Verwendung oder Reinigung umständlich und nervig, oder dauert das ganze allzu lange, dan bleibt die Maschine meist nach kurzer Zeit im Verlies der ausrangierten Küchengeräte. Praktisch sind Maschinen, bei denen sich die einzelnen Teile in der Spülmaschine reinigen lassen.
Wichtiges Entscheidungskriterium ist das Fassungsvermögen der Maschine: Für ein bis zwei Personen reichen 0,6 Liter aus. Für Familien sollten es eher eineinhalb bis zwei Liter sein.

Kompakt: Die Eismaschine von WMF fasst 300 ml und ist ideal für den Single-Haushalt.
Speiseeis, Sorbet, Parfait, Softeis oder Frozen Joghurt in nur 45 Minuten: Die selbstkühlende Eismaschine Emma mit integriertem Kompressor macht’s möglich. Die Reinigung ist kinderleicht: Eisbehälter und Rührteil sind entnehmbar und können ganz einfach unter warmem Wasser abgespült werden. Und schon ist Emma bereit für die nächste Runde Eis.





