Das ganze Jahr über grünt und blüht es auf Madeira – der Beiname „Blumeninsel“ kommt nicht von ungefähr.
Die meisten der auffallenden Blühpflanzen waren ursprünglich nicht auf der Insel heimisch, sondern wurden erst in den vergangenen Jahrhunderten eingeführt.
Ursprünglich war fast die ganze Insel mit Lorbeerwäldern bedeckt („madeira“ heißt übersetzt „Holz“). Schon die frühen Siedler holzten weite Teile der Insel ab – das Lorbeerholz war kostbar für den Schiffsbau. Heute sind die Lorbeerwälder, die eine Pflanzengemeinschaft verschiedener subtropischer Pflanzenarten umfassen, noch in den schwer zugänglichen Schluchten im Zentralgebirge und an der Nordküste erhalten.
Der Lorbeerwald Laurisilva bedeckt noch etwa zwanzig Prozent der Insel (150 Quadratkilometer). Er steht unter Naturschutz und gehört seit 1999 zum Unesco-Weltnaturerbe.
Der „Til“ (Stinklorbeer) gehört zu den auffälligsten Baumarten im Lorbeerwald und wird bis zu dreißig Meter hoch. Ein größerer Bestand an alten Stinklorbeerbäumen findet sich an der Landstraße 209 oberhalb von Ribeira da Janela.
Erkunde mit uns in unserem YouTube Video die schönsten und spannendsten Orte auf Madeira.
Das Waldstück hat etwas Mystisches: Besonders an nebligken Tagen ist es einfach, in den knorzigen alten Bäumen Trolle, Zwerge oder menschliche Gestalten zu sehen.
Bedingt durch den Nebelniederschlag sind die Lorbeerwälder sehr feucht.
Flechten hängen wie lange Bärte an den Bäumen und Büschen im Lorbeerwald. Die Flechten signalisieren reine Luft.
Auf Madeira gedeiht fast alles: Das gleichmäßig-warme Klima und die großen Höhenunterschiede, die unterschiedliche Temeraturen und Niederschläge mit sich bringen, bieten Lebensraum für eine große Pflanzenvielfalt. Der blaue Natternkopf ist „Madeiras Stolz“.
Der blaue Natternkopf gehört zu den endemischen Arten – er kommt ursprünglich nur hier vor. Der gelbe Postillon-Falter ist hingegen von den Azoren bis Afghanistan zuhause.Farbenpracht am Straßenrand: Wo andernorts nur „Unkraut“ wächst, blühen auf Madeira Natternköpfe, Hortensien, Bougainvillen und Oleander.
Die Strelitzie kommt aus Südafrika. Obwohl sie nicht zu den endemischen Arten gehört, ist die auffallende „Paradiesvogelblume“ zum botanischen Wahrzeichen Maderias geworden.
Die Mehrzahl der großen Blütenträger wurde von portugiesischen Handels- und Eroberungsschiffen nach Madeira gebracht. Den Weg in die Natur fanden manche alleine, andere wurden beim Straßen- und Kanalbau gezielt angepflanzt.
Die Afrikanische Liebesblume gehört zu den Schmucklilien und blüht von April bis September in Blau und Weiß.
Afrikanische Liebesblumen wurden an vielen Levadas gepflanzt – oft wandert man kilometerlang durch ein Blütenmeer aus Liebesblumen, Fingerhut, Kapuzinerkresse, …
Die spannende Geschichte über die Levadas von Madeira in unserer YouTube-Dokumentation.
… Hortensien unterschiedlichster Farben …
… und Calla. Der Drachenwurz, bei uns eine teure Zierpflanze, wächst hier wild und behauptet sich sogar gegen Brombeerbüsche.
Prunkwinden überwuchern aufgelassene Häuser.
Im Unterholz blühen Gazanien (Mittagsgold) …
… auf steinigen Freiflächen Fackellilien.
Dreimasterblumen wuchern in den Gärten an der Südküste.
Auch in den Ortschaften blüht es an allen Ecken und Enden.
Selbst im Gebirge, auf rund 1600 m, blüht es üppig. Neben Fingerhut und Natternköpfen gedeiht hier der Besenginster.
Im Mai und Juni färbt er die Höhenlagen gelb.
Verglichen mit der Pflanzenwelt ist die heimische Tierwelt eher dürftig. Mit Ausnahme der Haustiere kommen keine großen Säugetiere vor. Am häufigsten begegnen einem Eidechsen – gebietsweise raschelt es bei jedem Schritt im Gebüsch.
Die wechselwarmen Eidechsen lieben warme Felsen und Mauern. Um sie vor die Linse zu kriegen, muss man sich manchmal etwas verrenken.
Ein Madeira-Buchfink.
Beim Wandern auf dem Königsweg begegnet uns ein erstaunlich zutrauliches Rothuhn.