Okonjima, der „Ort der Affen“, liegt im Herzen Namibias, auf halber Strecke zwischen der Hauptstadt Windhoek und dem Etosha Nationalpark. Das gut zweihundert Quadratkilometer große Gelände mit seiner Seehöhe von rund 1.700 Metern beherbergt einen beeindruckenden Wildbestand: Neben Antilopen, Giraffen, Pavianen und Hyänen finden sich hier auch Geparden und die selten gewordenen Leoparden.

Bis in die 1980er Jahre war Okonjima eine Rinderfarm, und die Farmerfamilie verlor jedes Jahr zwischen zwanzig und dreißig Kälbern an wildernde Raubkatzen. Mit Fallen und gezielten Abschüssen versuchten die Farmer, das Problem in Griff zu bekommen – vergeblich. Die Raubkatzen kamen immer wieder, die Kälber „verschwanden“ nach wie vor.

Um ihre Farm gewinnbringend weiterführen und ihre Herden effektiv vor Angriffen schützen zu können, setzte die Hanssen-Familie vor allem auf eins: Lerne deinen (nahezu unsichtbaren) Feind kennen! Sie beobachteten die Raubkatzen mit Wildkameras, sammelten Informationen über ihre Jagdmethoden, ihre Lebensweise und ihre Vorlieben. Nach einiger Zeit konnten die Hanssens fast ein Dutzend Leoparden-Individuuen auf ihrer Farm unterscheiden.
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Mit zunehmendem Wissen wuchs die Faszination für die Räuber – und die Erkenntnis, dass diese Faszination von vielen Menschen geteilt wird. Mitte der Achtzigerjahre wurde die Rinderhaltung allmählich durch Wildtiertourismus und Safaritouren abgelöst.


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1993 wurde in Okonjima die AfriCat-Stiftung gegründet, sie sich dem Schutz und Erhalt der afrikanischen Großkatzen, insbesondere Leoparden und Geparden verschrieben hat. Schwerpunkte sind die Erhaltung der Lebensräume, aber auch die Unterstützung der heimischen Farmer (Rettungs- und Umsiedlungsaktionen, Wissensvermittlung in Sachen Herdenschutz, etc.) und die Weitergabe von Wissen an die nächsten Generationen.




Fotos: Christian Herrmann




