Die Levada de Janela ist eines der spektakulärsten Zeugnisse dafür, wie die Madeirer die wilde Natur ihrer Insel urbar gemacht haben: Trotz schwierigstem Gelände hält der Kanal über viele Kilometer ein Gefälle von maximal drei Prozent ein. Dabei führt er durch steile Felswände und lange Tunnel tief hinein in Maderias längstes Tal.
Der Tunnelblick: Die Levada da Ribeira da Janela
Während der Bau der frühen Levadas dazu diente, die Zuckerrohr- und Bananenplantagen im trockenen Süden zu bewässern, führt die Levada da Ribeira da Janela von Süden nach Norden. Der Grund für die ungewöhnliche Richtung ist Wasserkraft.
1965 wurde das Wasserkraftwerk Central da Ribeira da Janela in Betrieb genommen. Die Levada wurde so konstruiert, dass sie das Wasser tief aus dem unzugänglichen Tal abfängt und kilometerweit flach am Hang entlangführt, um es schließlich kontrolliert zur Stromerzeugung und zur Bewässerung der Felder rund um Porto Moniz zu leiten.



Die spannende Geschichte über die Levadas von Madeira in unserer YouTube-Dokumentation.












Weginformationen:
- Die Levada de Janela (PR 15) beginnt am Miradouro do Parque de Merendas oberhalb von Ribeira de Janela. Dort gibt es einen kleinen Parkplatz und eine öffentliche Toilette. Die Zufahrt erfolgt über die ER 101 von Porto Moniz oder Santa Maria Madalena.
- Die gesamte Strecke bis zur Quelle beträgt hin und zurück etwa 25 km. Es gibt keine Steigungen.
- Die Levada führt durch eine Reihe von Tunneln – auf der gesamten Strecke bis zur Quelle sind es bis zu zwölf. Der längste davon ist mehr als einen Kilometer lang – der Gang durch den Tunnel dauert 15-20 min, manchmal auch länger. Die Tunnel sind stockdunkel, oft tropft Wasser von der Decke, und auch der Boden ist stellenweise sehr nass. Dann ist ein Balanceakt auf der Einfassungsmauer nötig, um trockene Füße zu behalten. Eine gute(!) Taschenlampe ist zwingend erforderlich – ein Handy-Licht ist hier nicht ausreichend. Ersatzbatterien sind eine gute Idee – wem hinten im Tal die Batterie ausfällt, hat am Rückweg ein großes Problem, denn es gibt keine Alternative zu den Tunneln.
- Wer ein Problem mit engen, dunklen Räumen hat, sollte vor dem ersten Tunnel umdrehen – bist dorthin sind es etwa 4,5 km. Der Weg ist gut ausgebaut, von Blumen und Eukalyptus-Bäumen gesäumt und landschaftlich ansprechend, wenn auch nicht so abenteuerlich, wie im späteren Verlauf.
- Die meisten Wanderer drehen nach den ersten ein oder zwei Tunneln um. Das ist ein guter Kompromiss: So erreicht man die steile Schlucht mit dem Wasserfall, der auf die Levada herunter fällt, ohne noch weitere Kilometer gebückt durchs Stockdunkle zu laufen.
- Wer das Ribeira-Tal ohne Tunnel erkunden möchte, kann die Levada dos Cedros (PR 14) nutzen. Sie führt auf einer Höhe von rund 840 bis 1000 m ins Tal hinein – die Levada de Janela hingegen auf rund 400 m Höhe. Wer sich für eine entschieden hat, ist „festgenagelt“: Eine Verbindung zwischen den beiden Levadas gibt es nicht, auch wenn sie auf der Karte nicht weit voneinander entfernt sind. Die Steilwand, die sie trennt, ist nicht erschlossen; versuchen Sie nicht, sie zu erklimmen. Theoretisch treffen sich die beiden Levadas weit hinten im Tal an der Quelle – praktisch gibt es auch hier keinen Verbindungsweg, nur Urwald. Wer eine lange Rundour über beide Levadas plant, kann am Fanal-Forstwald der Levada dos Cedros bis Curral Falso folgen und von dort über die Verdera (PR 15) hinunter ins Tal zur Levada de Janela steigen.
- Für die Wanderung ist vorab eine Online-Registrierung/Ticket über das offizielle Portal SIMplifica notwendig.
- Es ist eine Wandergebühr von 4,50 Euro zu entrichten. Die Online-Registrierung mit dem QR-Code der bezahlten Gebühr muss mitgeführt werden.
- Der Handy-Empfang weiter hinten im Tal ist mäßig – laden Sie Ihre Registrierung herunter oder speichern Sie sie als Screenshot.
Tipp: Lust auf weitere Wanderungen? Wir haben die schönsten Levada-Wanderungen zusammengestellt. Dort finden Sie auch weitere nützliche Tipps und allgemeine Wander-Informationen für Madeira.
Und hier gibt es mehr zu den dunklen Geheimnissen und blutigen Geschichten, die den Bau der Levadas begleiteten.





