Madeiras schönste Levadawanderungen: Levada do Caldeirão Verde
31.07.2026
Spektakulär: Die Levada do Caldeirão Verde führt zum namensgebenden grünen Kessel, einer halbkreisförmigen senkrechten Felswand, über die ein fast hundert Meter hoher Wasserfall herunter stürzt.
Die Levada do Caldeirão Verde gilt als eine der schönsten Levada-Wanderungen auf Madeira. Auf schmalen Pfaden und durch finstere Tunnels führt sie im nördlichen Teil der Insel weit hinein in die wilden Lorbeerwälder, in denen oft der Nebel tanzt.
Der grüne Kessel – Levada do Caldeirão Verde
Die Levada do Caldeirão Verde (PR9) beginnt am Forstpark Queimadas oberhalb von Santana. Hier befindet sich auch der offizielle und am besten gelegene Parkplatz. Die Anfahrt dorthin erfolgt über eine asphaltierte, teils schmale Straße und ist mit dem Auto oder Mietwagen problemlos möglich. Alternativparkplätze in der direkten Umgebung gibt es quasi nicht. Da die Wanderung zum grünen Kessel (Caldeirão Verde) zu den beliebtesten der Insel gehört, ist dieser Parkplatz vor allem ab dem Vormittag schnell voll. Es empfiehlt sich dringend, früh am Morgen (vor 9:00 Uhr) anzureisen.
Etwa 6,5 km geht es durch nebelverhangenen, üppig-grünen Lorbeerwald.
Der viele Regen, der Nebel und die hohe Luftfeuchtigkeit, kombiniert mit den mild-warmen Temperaturen sorgen für üppiges Wachstum: Moose, Flechten, Farne und Pilze besiedeln jeden freien Fleck an Felswänden oder Bäumen.
Auch alles andere wächst und blüht hier besonders üppig. Einige Pflanzen sind endemisch, andere wurden eingeführt, wieder andere kennt man auch aus Deutschland, nur dass sie hier „fetter“ aussehen.Der dichte Wald und die teilweise senkrechten Felswände lassen erahnen, wie schwierig der Bau der Levada war. Entsprechend schmal sind der Kanal und auch der begleitende Weg ausgefallen.
Die spannende Geschichte über die Entdeckung Madeiras und den Bau der Levadas in unserer YouTube-Dokumentation.
Bei Gegenverkehr, und mit dem ist ab dem späten Vormittag zu rechnen, wird es eng. Das Warten an oder Zurückgehen zu den Ausweichstellen verlängert die Dauer der Wanderung – wer erst spät aufbricht, sollte das einkalkulieren.
Es wird eng: Umgestürzte Bäume, Steinschlag und/oder Erdrutsche sorgen immer wieder für Sperrungen der Levada. Hier war es nicht ganz so dramatisch, wie es auf den ersten Blick aussah, und wir konnten zum Glück drunter druch. Drum herum hätte keiner gewollt …Einige besonders verzwickte Wegabschnitte können zum Glück umgangen werden.
Man KANN sie umgehen – muss aber nicht. Wobei es ehrlich gesagt eine dumme Idee ist, die Umgehungen nicht zu nutzen …
Der Weg führt durch vier Tunnel. Sie wurden von Hand in den Fels gehauen, sind stockdunkel, eng und mit einer Deckenhöhe von teils nur 1,60 an manchen Stellen sehr niedrig. Vor allem bei Gegenverkehr wird es hier abenteuerlich. Es ragen immer wieder spitze Felskanten nach unten. Wir waren schlecht vorbereitet und hatten keine gute Taschenlampe dabei – das war mit der Funzel-Beleuchtung des Handys machbar, aber nicht besonders komfortabel. Gleichzeitig den unebenen Boden und die Felsen oben im Blick zu haben, ist dann schwierig und kann für böse Beulen oder Platzwunden sorgen. Daher die dringende Empfehlung, eine gute Taschenlampe mitzunehmen. Am besten auch noch einen Helm …
Die Levada do Caldeirão Verde bezieht ihr Wasser aus dem namensgebenden „Grünen Kessel“, einem fast vollständig geschlossenen Kreis von moos- und farnbedeckten Felswänden, in die ein Wasserfall stürzt.
Grüner Kessel drumherum, türkisklares Wasser: Aufgrund des Wasserreichtums und der Topografie gibt es auf Maderia ungezählt viele Wasserfälle. Weit über hundert haben mehr als zehn Meter Fallhöhe. Der Wasserfall am Caldeirao Verde gehört mit rund hundert Metern Höhe zu den höchsten der Insel.
Ein Madeira-Buchfink sucht am Wasserfall nach Futter. Der Vogel ist endemisch. Er kommt weltweit ausschließlich auf Madeira vor (und auf der kleinen Nachbarinsel Porto Santo, wo er allerdings seltener ist). Das Männchen ist mit seiner blau-grauen Haube recht auffällig und nicht zu verwechseln.
Die Weibchen sind deutlich unauffälliger. Beide Geschlechter besitzen die für Buchfinken typischen weißen Flügelbinden, und weiße Außenfedern am Schwanz, die vor allem im Flug zu sehen sind.
Vom Grünen Kessel geht es noch etwa zwei Kilometer weiter zum Caldeirao Inferno – dem Höllenkessel.
Wir haben aufgrund der schlechten Wetterlage und der nassen, rutschigen Wege darauf verzichtet.
Die Levada do Caldeirão Verde führt südlich von Santana durch die dschungelartigen Wälder des nordöstlichen Madeira bis zum Grünen Kessel und weiter zum Höllenkessel.
Es gibt keine nennenswerten Steigungen, dafür einige kürzere, teils stockdunkle und sehr niedrige Tunnels. Eine Taschenlampe muss mit ins Gepäck – ohne ist zwar irgendwie machbar, beschert einem aber nasse Füße und im schlimmsten Fall eine Beule am Kopf.
Gutes Schuhwerk ist erforderlich; Stöcke an manchen Passagen hilfreich, aber nicht zwingend nötig.
Vom Forstpark bis zum grünen Kessel sind es rund 6,5 km. Hin und zurück dauert die Wanderung mit Pausen zwischen vier und sechs Stunden.
Wichtig: Aufgrund der großen Beliebtheit ist für die Wanderung mittlerweile vorab eine Online-Registrierung/Ticket über das offizielle Portal SIMplifica notwendig.
Es ist eine Wandergebühr von 4,50 Euro zu entrichten. Die Online-Registrierung mit dem QR-Code der bezahlten Gebühr muss mitgeführt werden.
Auch der Parkplatz am Forstpark Queimadas ist kostenpflichtig – 2026 waren es zwei Euro pro Stunde, bzw. zehn Euro für den ganzen Tag.