Königsweg, Pico de Arieiro,  Madeira, Portugal

Die Königstour auf dem Dach von Madeira – vom Pico do Arieiro zum Pico Ruivo

13.06.2026

Weite Ausblicke aufs Meer, Wandern über den Wolken und eine wagemutige Wegeführung: Eine spannendere Bergwanderung lässt sich auf Madeira kaum unternehmen.

Auf etwa sieben Kilometern verbindet der Höhenweg vom Pico do Arieiro zum Pico Ruivo die beiden höchsten Berge der Insel. Die Tour im zentralen Gebirge Madeiras gehört ohne Zweifel zu den spektakulärsten Wanderungen Madeiras. In stetem Auf und Ab geht es mit immer neuen Ausblicken auf’s Meer, ins zentrale Gebirge und hinunter ins Tal der Nonnen durch das Hochgebirge. Oft wandert man hier über den Wolken, die vom Meer an den Berghängen hoch steigen.

Auf der Himmelstreppe – vom Pico do Arieiro zum Pico Ruivo

Die Route ist landschaftlich ein absolutes Highligt – das hat sich allerdings auch gut genug herum gesprochen, dass der oft enge Weg sehr voll und bei gutem Wanderwetter auch sehr überlaufen ist. Wem das nichts ausmacht, und wer zudem eine gute Grundkondition und Schwindelfreiheit mitbringt, kommt hier auf seine Kosten – auch ganz wörtlich, denn es fallen diverse Gebühren an, die sich summieren. Wer lieber nur guckt, kann bei uns Bilder von einem Wanderweg genießen, der heute kaum noch so leer ist wie 2017 bei unserem ersten Besuch.

Königsweg, Pico de Arieiro, Madeira, Portugal
Der „Königsweg“ wurde vor rund fünfzig Jahren mit beachtlichem Aufwand von der Inselverwaltung angelegt. Nach den schweren Waldbränden im August 2024 wurde der Pfad umfassend saniert und präsentiert sich seither mit modernisierter Infrastruktur, aber auch mit grundlegend neuen Regeln zur Sicherheit und zum Naturschutz.

 

Königsweg, Pico de Arieiro, Madeira, Portugal
Der gut ausgebaute Wanderweg bietet schon am Ausgangspunkt unterhalb der Radarstation einen grandiosen Rundumblick – hier nach Nordwesten in Richtung „Stall der Nonnen“. Hinter den Gebirgskämmen im Norden hängt oft der Nebel.

 

Königsweg, Pico de Arieiro, Madeira, Portugal
Im Frühsommer blüht an den Hängen des Pico Arieiro der Ginster. Oft steigen von der Nordseite Wolken auf; am Nachmittag hüllen sich die Gipfel häufig komplett in die Wolken.

 

Die spannende Geschichte über die Entdeckung Madeiras und den Bau der Levadas in unserer YouTube-Dokumentation.

 

Aussichtspunkt Ninho da Manta, Königsweg, Pico de Arieiro, Madeira, Portugal
Die Gipfel-Tour sollte man daher nur bei stabiler Wetterlage in Angriff nehmen und am besten morgens starten. Auch an Schönwettertagen blickt man vom Aussichtspunkt „Ninho da Manta„, dem „Bussardnest“ auf 1744 m oft über die Wolken, die über der Nordküste hängen, …

 

Ninho da Manta, Königsweg, Pico de Arieiro, Madeira, Portugal
… während es im Landesinneren sonnig und klar ist.

 

Die spannende Geschichte über die Entdeckung Madeiras und den Bau der Levadas in unserer YouTube-Dokumentation.

 

Königsweg, Pico de Arieiro, Madeira, Portugal
Der Weg ist an vielen Stellen gepflastert, gut ausgebaut und an ausgesetzten Stellen gesichert.

 

Königsweg, Pico de Arieiro, Madeira, Portugal
Nach ca. 1,2 km erreicht man den atemberaubendsten und meistfotografierten Abschnitt: die Pedra Rija – die „Himmelstreppe“. An Wochentagen (Montag bis Donnerstag) ist der Weg ab hier gesperrt – im weiteren Verlauf finden immer noch Instandsetzungsarbeiten statt. Dann kann und muss hier umgedreht werden. Am Wochenende gibt es hingegen kein Zurück – dann gilt eine strikte Einbahnregelung für den gesamten Königsweg.

 

Königsweg, Pico de Arieiro, Madeira, Portugal
Auf der „Gratwanderung“ sind Schwindelfreiheit, Trittsicherheit, gutes Schuhwerk und eine gute Grundkondition nötig – wer den gesamten Weg vom Pico Arieiro zum Pico Ruivo gehen möchte (oder aufgrund der Einbahnregelung gehen muss …), muss im An- und Abstieg jeweils rund 650-750 Höhenmeter und mehrere Tausend Stufen bewältigen.

 

Königsweg, Pico de Arieiro, Madeira, Portugal
Mit Blick auf die steilen Hänge fragt man sich mitunter, wie der Pfad überhaupt gebaut werden konnte, und wo er bitteschön weiter geht …

 

Königsweg, Pico de Arieiro, Madeira, Portugal
Etwa einen halben Kilometer hinter der Himmelstreppe gabelt sich der Weg – die längere Ostroute ist allerdings seit längerem gesperrt und mittlerweile recht zugewachsen. Auf der Westroute geht es durch mehrere, teilweise recht dunkle und unebene Tunnel – eine Taschenlampe muss daher mit ins Gepäck.

 

Erkunde mit uns in unserem YouTube Video die schönsten und spannendsten Orte auf Madeira.

 

Königsweg, Pico de Arieiro, Madeira, Portugal
Unterhalb des Pico das Torres führt der Weg durch einen 200 m langen Felstunnel in einen halbrunden „Felsenzirkus“.

 

Königsweg, Pico de Arieiro, Madeira, Portugal
Der Weg ist hier direkt in die Felswand gehauen. Gut zwei Drittel der Strecke zum Pico Ruivo sind jetzt bewältigt – 2017 haben wir hier vor einem weiteren steilen Anstieg lieber umgedreht. Seit der Neuregelung 2024 ist das nicht mehr möglich.

 

Rothuhn am Königsweg, Pico de Arieiro, Madeira, Portugal
Am Rückweg begegnet uns ein Rothuhn, …

 

Königsweg, Pico de Arieiro, Madeira, Portugal
… und jede Menge Wanderer. Obwohl die Wanderung anstrengend ist, gehört sie zu den beliebtesten Routen auf Madeira.

 

Königsweg, Pico de Arieiro, Madeira, Portugal
Aus gutem Grund: Die Ausblicke sind fantastisch und lohnen die Anstrengung.

 

Madeira, Pico do Arieiro
Es gibt jedenfalls reichlich Fotomotive – an vollen Tagen führt das zu Stau. Die auffällige pinke Mütze, die ich zu völlig überteuerten Preisen im Souvenirladen unterhalb der Radarstation gekauft habe, erfüllt dann gleich zwei Dienste: Sie schützt nicht nur vor der Sonne, sondern macht mich im manchmal dichten Gewimmel auch auf Anhieb erkennbar.

 

Königsweg, Pico do Arieiro, Madeira, Portugal
Obwohl das Gelände durchaus hochalpin ist, hat die Wanderung dennoch einen gänzlich anderen Charakter: Das Lavagestein ist auch in gut 1800 m üppig mit Fingerhut, Ginster und Baumheide bewachsen.

 

Natternköpfe am Königsweg, Pico de Arieiro, Madeira, Portugal
Und auch der Natternkopf, „Madeiras Stolz“ blüht hier oben an vielen Stellen.

 

Königsweg, pico do arieiro - pico rivo, Madeira
Der Königsweg vom Pico do Arieiro zum Pico Ruivo verbindet Madeiras höchste Berge miteinander.

 

Weginformationen:

  • Seit 2024 gibt es eine strikte Einbahnregelung auf dem Königsweg: Am Wochenende kann er nur noch vom Pico do Arieiro zum Pico Ruivo begangen werden, nicht mehr in umgekehrter Richtung. Unterwegs umdrehen und zurück gehen ist nicht erlaubt.
  • An Werktagen (Montag bis Donnerstag) ist der Pfad aktuell (2026) nur bis zur Himmelstreppe (ca. 1,2 km) offen. Wer also ohnehin nur den Foto-Hotspot sehen und dann umdrehen möchte, für den ist ein Werktag die bessere Wahl. Der Rest der Strecke ist an Werktagen gesperrt – und damit auch der Zu- bzw. Abstieg ins Tal der Nonnen.
  • Der Königsweg (offiziell PR 1 – Vereda do Arieiro) beginnt am Wanderparkplatz Pico do Arieiro unterhalb der weithin sichtbaren Radarstation. Wer mit dem Bus anreist, nimmt den Linienbus mit der Bezeichnung „Service Pico do Arieiro“ ab Funchal. Die Haltestelle befindet sich direkt an der Strandpromenade (Avenida do Mar) , unmittelbar neben der Talstation der Seilbahn nach Monte (Teleférico do Funchal). Achtung: Der Bus fährt in der Wandersaison nur zweimal am Tag – morgens um 6.00 Uhr und mittags um 13.30. Wer den vollen Königsweg läuft, braucht keine Rückfahrt (12:15 und 19:00). Eine Sitzplatzreservierung vorab ist sinnvoll, denn die Busse sind klein und haben nur 31 Sitzplätze – Stehplätze sind auf der steilen Bergstrecke nicht erlaubt. Sitzplätze können zwei bis sieben Tage vor der geplanten Wanderung unter der Telefonnummr +351 291 705 555 reserviert werden. Die Fahrt dauert rund 45 Minuten; das Ticket kostet drei Euro (2026) und wird direkt beim Fahrer bezahlt.
  • Endpunkt der Wanderung ist der Parkplatz Achada do Teixeira. Von dort benötigen Sie ein vorab organisiertes Taxi, einen privaten Transferdienst oder einen Trail-Shuttle zurück zum Pico do Arieiro oder zu Ihrer Unterkunft. Linienbusse fahren hier keine – der Parkplatz liegt auf 1600 m und ist fast zehn Kilometer von der nächsten Bushaltestelle in Santana entfernt. In der Hauptsaison warten vor allem nachmittags auch Taxis, die spontan gebucht werden können. Die Fahrt zurück zum Pico do Arieiro ist knapp vierzig Kilometer lang und dauert eine gute Stunde. Die Kosten für ein Taxi liegen meist bei ca. 50-70 Euro. Günstiger ist es, nur bis nach Santana zu fahren, und dort den Linienbus zu nehmen. 
  • Shuttle-Dienste lassen sich über diverse Buchungsplattformen buchen, etwa GetYourGuide, Viator und Expedia. Suchen Sie dort gezielt nach „Transfer Achada do Teixeira nach Pico do Arieiro“ oder „PR1 Transfer“. Auch eine Buchung über lokale Anbieter ist möglich – der bekannteste ist Pico Transfers, wo sowohl reine Rücktransfers als auch kombinierte Pakete angeboten werden (z. B. Frühmorgens- oder Sonnenaufgangs-Transfers ab Funchal zum Start und nach der Wanderung die Abholung in Achada do Teixeira).
  • Auch wer mit dem Auto anreist, muss sich an neue Regelungen halten. Bereits weiter unten an der Hauptkreuzung in Poiso steht eine große elektronische Anzeigetafel. Diese zeigt Ihnen in Echtzeit an, ob die Parkplätze oben am Gipfel bereits voll sind. Wenn dort „Voll“ steht, regeln Schranken weiter oben die Zufahrt, damit es nicht zu kilometerlangen Staus auf den engen Bergstraßen kommt.
  • Direkt am Startpunkt gibt es einen Kurzzeitparkplatz mit rund 70 Stellplätzen – dieser ist an schönen Tagen schon um sechs Uhr voll. Mit 4 Euro Parkgebühr pro Stunde (20 Euro für 24 Stunden) ist er für Streckenwanderer nicht die beste Wahl. Die Alternative ist der große Parkplatz (ca. 300 Plätze) der einen knappen Kilometer vorher eingerichtet wurde. Ein sanierter, gut ausgebauter Fußweg führt von dort in 10-15 min zum Startpunkt der Wanderung. Die Gebühren liegen bei 2 Euro/Stunde bzw. einem Höchstsatz von 5 Euro am Tag.
  • Das Parken am Straßenrand ist strikt verboten. Es wird rigoros abgeschleppt und mit Bußgeldern belegt. Das ist sinnvoll und war überfällig – 2024 war die Straße einseitig zugeparkt und ein Durchkommen kaum noch möglich. Ausweichen gibt es auf den letzten zwei Kilometern praktisch keine – auf der einen Seite begrenzt eine Mauer die Straße, auf der anderen die Felswand. Zwei Autos passen aneinander vorbei – wenn hier geparkt wird, kommt es schnell zu einem Deadlock.
  • Aufgrund der großen Beliebtheit ist für die Wanderung vorab eine Online-Registrierung/Ticket über das offizielle Portal SIMplifica notwendig.
  • Es ist eine Wandergebühr von 10,50 Euro zu entrichten. Unter der Woche kostet das kurze Teilstück bis zur Himmelsleiter 4,50 Euro. Die Online-Registrierung mit dem QR-Code der bezahlten Gebühr muss mitgeführt werden – Ranger kontrollieren die QR-Codes direkt am Trailhead. Laden Sie die Bestätigung schon vorab auf ihrem Handy herunter oder speichern Sie sie als Screenshot – der Netzempfang in den Bergen kann ausfallen.
  • Der Königsweg vom Pico do Arieiro (1818 m) bis zum Pico Ruivo (1862 m) ist rund sieben Kilometer lang. Dazu kommt etwa ein Kilometer vom Parkplatz bis zum Pico do Arieiro und rund 2,5 km vom Pico Ruivo hinunter zum Parkplatz Achada do Teixeira. Die Gesamtstrecke liegt somit bei ca. 10,5 km. Rechnen Sie je nach Kondition dreieinhalb bis fünf Stunden für die Wanderung (inklusive Pausen) ein.
  • Der Weg ist gut ausgebaut. Gutes Schuhwerk ist dennoch erforderlich; Stöcke sind an manchen Passagen hilfreich, aber nicht zwingend nötig. Viele Wegstellen sind sehr ausgesetzt. Die Route erfordert eine gute körperliche Fitness und absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Es gibt extrem steile Treppenpassagen (teilweise fast vertikal in den Fels gehauen) und tief abfallende Abhänge. Es sind ca. 1.500 bis 2.000 Treppenstufen sowie rund 650 hm im Aufstieg und 750h m im Abstieg zu bewältigen.
  • Es gibt mehrere, teils stockdunkle Tunnel. Eine Taschenlampe muss mit ins Gepäck – ohne ist zwar irgendwie machbar, beschert einem aber schnell eine fiese Beule am Kopf.
  • Der Königsweg verläuft im Hochgebirge – weite Strecken sind schattenlos. Sorgen Sie für einen guten Sonnenschutz (ich habe mir dort den schlimmsten Sonnenbrand meines Lebens geholt …) und nehmen Sie reichlich Wasser mit. Auch eine Regenjacke gehört ins Gepäck – das Wetter kann hier sehr schnell wechseln, und wenn Nebel und Regenwolken aufziehen, wird es sehr schnell kalt und garstig.
  • Unterwegs gibt es weder Wasser noch eine Einkehrmöglichkeit oder Toiletten. Am Startpunkt am Pico do Arieiro gibt es ein Restaurant, einen Kisok und einen Souvenirladen, in dem auch Dinge wie Sonnencreme oder Schirmmützen erhältlich sind. Hier gibt es auch öffentliche Toiletten. Am Parkplatz am Ende der Route gibt es im Achada do Teixeira Mountain Spot Café Erfrischungen und sanitäre Einrichtungen.

Tipp: Lust auf weitere Wanderungen? Wir haben die schönsten Levada-Wanderungen zusammengestellt. Dort finden Sie auch weitere nützliche Tipps und allgemeine Wander-Informationen für Madeira.

Und hier gibt es mehr zu den dunklen Geheimnissen und blutigen Geschichten, die den Bau der Levadas begleiteten.

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