Auf etwa sieben Kilometern verbindet der Höhenweg vom Pico do Arieiro zum Pico Ruivo die beiden höchsten Berge der Insel. Die Tour im zentralen Gebirge Madeiras gehört ohne Zweifel zu den spektakulärsten Wanderungen Madeiras. In stetem Auf und Ab geht es mit immer neuen Ausblicken auf’s Meer, ins zentrale Gebirge und hinunter ins Tal der Nonnen durch das Hochgebirge. Oft wandert man hier über den Wolken, die vom Meer an den Berghängen hoch steigen.
Auf der Himmelstreppe – vom Pico do Arieiro zum Pico Ruivo
Die Route ist landschaftlich ein absolutes Highligt – das hat sich allerdings auch gut genug herum gesprochen, dass der oft enge Weg sehr voll und bei gutem Wanderwetter auch sehr überlaufen ist. Wem das nichts ausmacht, und wer zudem eine gute Grundkondition und Schwindelfreiheit mitbringt, kommt hier auf seine Kosten – auch ganz wörtlich, denn es fallen diverse Gebühren an, die sich summieren. Wer lieber nur guckt, kann bei uns Bilder von einem Wanderweg genießen, der heute kaum noch so leer ist wie 2017 bei unserem ersten Besuch.



Die spannende Geschichte über die Entdeckung Madeiras und den Bau der Levadas in unserer YouTube-Dokumentation.


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Weginformationen:
- Seit 2024 gibt es eine strikte Einbahnregelung auf dem Königsweg: Am Wochenende kann er nur noch vom Pico do Arieiro zum Pico Ruivo begangen werden, nicht mehr in umgekehrter Richtung. Unterwegs umdrehen und zurück gehen ist nicht erlaubt.
- An Werktagen (Montag bis Donnerstag) ist der Pfad aktuell (2026) nur bis zur Himmelstreppe (ca. 1,2 km) offen. Wer also ohnehin nur den Foto-Hotspot sehen und dann umdrehen möchte, für den ist ein Werktag die bessere Wahl. Der Rest der Strecke ist an Werktagen gesperrt – und damit auch der Zu- bzw. Abstieg ins Tal der Nonnen.
- Der Königsweg (offiziell PR 1 – Vereda do Arieiro) beginnt am Wanderparkplatz Pico do Arieiro unterhalb der weithin sichtbaren Radarstation. Wer mit dem Bus anreist, nimmt den Linienbus mit der Bezeichnung „Service Pico do Arieiro“ ab Funchal. Die Haltestelle befindet sich direkt an der Strandpromenade (Avenida do Mar) , unmittelbar neben der Talstation der Seilbahn nach Monte (Teleférico do Funchal). Achtung: Der Bus fährt in der Wandersaison nur zweimal am Tag – morgens um 6.00 Uhr und mittags um 13.30. Wer den vollen Königsweg läuft, braucht keine Rückfahrt (12:15 und 19:00). Eine Sitzplatzreservierung vorab ist sinnvoll, denn die Busse sind klein und haben nur 31 Sitzplätze – Stehplätze sind auf der steilen Bergstrecke nicht erlaubt. Sitzplätze können zwei bis sieben Tage vor der geplanten Wanderung unter der Telefonnummr +351 291 705 555 reserviert werden. Die Fahrt dauert rund 45 Minuten; das Ticket kostet drei Euro (2026) und wird direkt beim Fahrer bezahlt.
- Endpunkt der Wanderung ist der Parkplatz Achada do Teixeira. Von dort benötigen Sie ein vorab organisiertes Taxi, einen privaten Transferdienst oder einen Trail-Shuttle zurück zum Pico do Arieiro oder zu Ihrer Unterkunft. Linienbusse fahren hier keine – der Parkplatz liegt auf 1600 m und ist fast zehn Kilometer von der nächsten Bushaltestelle in Santana entfernt. In der Hauptsaison warten vor allem nachmittags auch Taxis, die spontan gebucht werden können. Die Fahrt zurück zum Pico do Arieiro ist knapp vierzig Kilometer lang und dauert eine gute Stunde. Die Kosten für ein Taxi liegen meist bei ca. 50-70 Euro. Günstiger ist es, nur bis nach Santana zu fahren, und dort den Linienbus zu nehmen.
- Shuttle-Dienste lassen sich über diverse Buchungsplattformen buchen, etwa GetYourGuide, Viator und Expedia. Suchen Sie dort gezielt nach „Transfer Achada do Teixeira nach Pico do Arieiro“ oder „PR1 Transfer“. Auch eine Buchung über lokale Anbieter ist möglich – der bekannteste ist Pico Transfers, wo sowohl reine Rücktransfers als auch kombinierte Pakete angeboten werden (z. B. Frühmorgens- oder Sonnenaufgangs-Transfers ab Funchal zum Start und nach der Wanderung die Abholung in Achada do Teixeira).
- Auch wer mit dem Auto anreist, muss sich an neue Regelungen halten. Bereits weiter unten an der Hauptkreuzung in Poiso steht eine große elektronische Anzeigetafel. Diese zeigt Ihnen in Echtzeit an, ob die Parkplätze oben am Gipfel bereits voll sind. Wenn dort „Voll“ steht, regeln Schranken weiter oben die Zufahrt, damit es nicht zu kilometerlangen Staus auf den engen Bergstraßen kommt.
- Direkt am Startpunkt gibt es einen Kurzzeitparkplatz mit rund 70 Stellplätzen – dieser ist an schönen Tagen schon um sechs Uhr voll. Mit 4 Euro Parkgebühr pro Stunde (20 Euro für 24 Stunden) ist er für Streckenwanderer nicht die beste Wahl. Die Alternative ist der große Parkplatz (ca. 300 Plätze) der einen knappen Kilometer vorher eingerichtet wurde. Ein sanierter, gut ausgebauter Fußweg führt von dort in 10-15 min zum Startpunkt der Wanderung. Die Gebühren liegen bei 2 Euro/Stunde bzw. einem Höchstsatz von 5 Euro am Tag.
- Das Parken am Straßenrand ist strikt verboten. Es wird rigoros abgeschleppt und mit Bußgeldern belegt. Das ist sinnvoll und war überfällig – 2024 war die Straße einseitig zugeparkt und ein Durchkommen kaum noch möglich. Ausweichen gibt es auf den letzten zwei Kilometern praktisch keine – auf der einen Seite begrenzt eine Mauer die Straße, auf der anderen die Felswand. Zwei Autos passen aneinander vorbei – wenn hier geparkt wird, kommt es schnell zu einem Deadlock.
- Aufgrund der großen Beliebtheit ist für die Wanderung vorab eine Online-Registrierung/Ticket über das offizielle Portal SIMplifica notwendig.
- Es ist eine Wandergebühr von 10,50 Euro zu entrichten. Unter der Woche kostet das kurze Teilstück bis zur Himmelsleiter 4,50 Euro. Die Online-Registrierung mit dem QR-Code der bezahlten Gebühr muss mitgeführt werden – Ranger kontrollieren die QR-Codes direkt am Trailhead. Laden Sie die Bestätigung schon vorab auf ihrem Handy herunter oder speichern Sie sie als Screenshot – der Netzempfang in den Bergen kann ausfallen.
- Der Königsweg vom Pico do Arieiro (1818 m) bis zum Pico Ruivo (1862 m) ist rund sieben Kilometer lang. Dazu kommt etwa ein Kilometer vom Parkplatz bis zum Pico do Arieiro und rund 2,5 km vom Pico Ruivo hinunter zum Parkplatz Achada do Teixeira. Die Gesamtstrecke liegt somit bei ca. 10,5 km. Rechnen Sie je nach Kondition dreieinhalb bis fünf Stunden für die Wanderung (inklusive Pausen) ein.
- Der Weg ist gut ausgebaut. Gutes Schuhwerk ist dennoch erforderlich; Stöcke sind an manchen Passagen hilfreich, aber nicht zwingend nötig. Viele Wegstellen sind sehr ausgesetzt. Die Route erfordert eine gute körperliche Fitness und absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Es gibt extrem steile Treppenpassagen (teilweise fast vertikal in den Fels gehauen) und tief abfallende Abhänge. Es sind ca. 1.500 bis 2.000 Treppenstufen sowie rund 650 hm im Aufstieg und 750h m im Abstieg zu bewältigen.
- Es gibt mehrere, teils stockdunkle Tunnel. Eine Taschenlampe muss mit ins Gepäck – ohne ist zwar irgendwie machbar, beschert einem aber schnell eine fiese Beule am Kopf.
- Der Königsweg verläuft im Hochgebirge – weite Strecken sind schattenlos. Sorgen Sie für einen guten Sonnenschutz (ich habe mir dort den schlimmsten Sonnenbrand meines Lebens geholt …) und nehmen Sie reichlich Wasser mit. Auch eine Regenjacke gehört ins Gepäck – das Wetter kann hier sehr schnell wechseln, und wenn Nebel und Regenwolken aufziehen, wird es sehr schnell kalt und garstig.
- Unterwegs gibt es weder Wasser noch eine Einkehrmöglichkeit oder Toiletten. Am Startpunkt am Pico do Arieiro gibt es ein Restaurant, einen Kisok und einen Souvenirladen, in dem auch Dinge wie Sonnencreme oder Schirmmützen erhältlich sind. Hier gibt es auch öffentliche Toiletten. Am Parkplatz am Ende der Route gibt es im Achada do Teixeira Mountain Spot Café Erfrischungen und sanitäre Einrichtungen.
Tipp: Lust auf weitere Wanderungen? Wir haben die schönsten Levada-Wanderungen zusammengestellt. Dort finden Sie auch weitere nützliche Tipps und allgemeine Wander-Informationen für Madeira.
Und hier gibt es mehr zu den dunklen Geheimnissen und blutigen Geschichten, die den Bau der Levadas begleiteten.






