Drei katalanische Riesenesel

Liebens­werte Lang­ohren: Esel­rassen in Deut­schland

13.04.2026

Anders als Pferde werden die meisten Esel nicht in Rassen ein­geteilt, sondern in Größen. Nur bei den Rieseneseln gibt es rein­rassige Tiere.

Wildesel bei Oatman, Route 66, Arizona, USA
Ursprünglich waren die „Burros“ wichtige Helfer in der Bergbaustadt Oatman an der Route 66. Als die Minen geschlossen wurden, blieben die Esel zurück. Heute leben sie halbwild in den Hügeln.

Seit mindestens sechstausend Jahren nutzt der Mensch die Dienste des Esels. Besonders in südlichen Ländern wird das robuste Tier als Lastenträger und Schutzesel für Schafherden eingesetzt. In Deutschland hatte der Esel hin­ge­gen nie einen besonders hohen Stellen­wert, und das „Pferd des armen Mannes“ wurde nie kon­se­quent gezüchtet. Noch heute werden Esel grund­sätz­lich nach Größe, nicht nach Rasse, klassifiziert.

Einteilung nach Größen in Zwerg-, Normal- und Riesenesel

Für die Klassifizierung eines Esels ist sein Stock­maß ausschlaggebend. Dieses wird vom höchs­ten Punkt des Widerrists (Wölbung der Wirbelsäule am Übergang zwischen Hals und Rücken) senkrecht zum Boden gemessen.

Zwergesel dürfen ein Stockmaß von 105 Zentimetern nicht überschreiten. Normalesel, zu denen die meisten deutschen Hausesel gehören, haben ein Stockmaß von mehr als 105 und maximal 130 Zentimetern. Alle Esel mit einem Stockmaß von über 131 Zen­ti­me­tern werden als Riesenesel bezeichnet.

Esel mit Fohlen
Bei diesen Hauseseln ist das Schulterkreuz gut zu sehen.

Zwerg- und Normalesel kommen in allen Grau- und Brauntönen vor, können aber auch schwarz, gescheckt oder, eher selten, rein weiß sein. Den Aalstrich (schwarze Linie entlang der Wirbelsäule) oder das typische schwarze Schulterkreuz haben sehr viele Esel. Weiße Beine und Abzeichen im Gesicht sind hingegen selten. Häufiger sind helle Mehlmäuler und Augenringe.

Obwohl Händler und Züchter mitunter recht fantasievoll sind, wenn es um eine Rasse­be­zeich­nung für ihre Esel geht, werden offiziell nur die Riesenesel in anerkannte Ras­sen eingeteit. Maultiere (Kreuzung zwischen Eselhengst und Pferdestute) und Maul­esel (Pferdehengst und Eselstute) gelten nicht als Esel. Beide Kreuzungen sind in der Regel unfruchtbar, auch wenn es gelegentlich Ausnahmen gibt.

Katalanische Riesenesel – die Edlen unter den Langohren

Der Katalanische Riesenesel gilt als größter Esel der Welt. Hengste können ein Stock­maß von 160 Zentimetern erreichen und fast vierhundert Kilogramm wiegen. Der Katalanische Riesenesel hat starke Gliedmaßen, einen kräftigen Hals und ein glattes, glänzend schwarzes Fell. Der Unterbauch und die Nase sind hell; eine weiße „Brille“ ist ebenfalls typisch.

Drei katalanische Riesenesel
Weiße Nasen und „Brille“ sind rassetypisch für Katalanische Riesenesel.

Der Katalanische Riesenesel ist temperamentvoll, ausdauernd und früher als Reit- und Zugtier unverzichtbar. Er wurde und wird häufig für die Zucht von (Renn)Mulis eingesetzt. Der Katalanische Riesenesel steht auf der Roten Liste er bedrohten Nutztierrassen – nur noch etwa einhundertfünfzig reinrassige Tiere sind registriert.

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Mammoth Jack – der amerikanische Riese

Der amerikanische Mammoth Jack geht auf einen spanischen Eselhengst namens „Mammoth“ zurück. Dieser hatte ein Stockmaß von 160 Zentimetern und zeugte Nach­kommen, die dieses Maß teilweise noch übertrafen. Der Mammoth Jack gilt heute als größter Esel der Welt; Zuchttiere müssen mindestens 150 Zentimeter groß sein und, warum auch immer, einen Ohrabstand von mindestens achtundachtzig Millimetern auf­weisen. Obwohl mittlerweile auch andere Farben zur Zucht zugelassen sind, hat der ame­ri­ka­nische Großesel traditionell ein dunkelbraunes Fell mit weißen Abzeichen.

Poitou-Esel – die sympathischen Lockenträger

Poitou Esel
Poitou-Fohlen in der Wilhelma Stuttgart.

Das auffallendste am Poitou-Esel sind sein lockiges, dunkelbraunes bis gelbbraunes Fell und die plüschigen Ohren. Augenringe und weißes Maul sind für den Poitou ty­pisch. Insgesamt wirkt der Esel eher „eckig“; der Poitou ist grobknochig und gehört zu den schweren Kalibern. Hengste können ein Stockmaß von 150 Zentimetern und ein Ge­wicht von 450 Kilogramm erreichen. Solche Tiere können von leichten Erwachsenen auch geritten werden. Hauptsächlich wurde der Poitou-Esel aber als Trag- und Zugtier in der Feldarbeit und zur Zucht schwerer Maultiere eingesetzt. Die Rasse ist seit dem 11. Jahr­hun­dert bekannt, vermutlich aber noch früher entstanden. Heute gibt es noch etwa ein­hun­dert­vierzig rein­rassige Tiere; der Poitou steht ebenso wie der Kata­la­nische Riesenesel auf der Roten Liste der bedrohten Nutztierrassen.

Großer Weißer Ägyptischer Esel – das Reittier der Damen

Der Große Weiße Ägyptische Esel wird etwa 140 Zentimeter groß. Der rein weiße oder hellgraue Esel gilt as zähester Esel der Welt. Lange Zeit wurde der „Pha­rao­nen­esel“ rein gezogen. Die weiße Farbe machte ihn teuer, und die reichsten Da­men ritten die wertvollsten Tiere mit massiv-goldenem Zaumzeug und kostbaren Tep­pichen auf dem Rücken.

Was ist ein

Ein besonderer Wurf im französischen Boule-Spiel. Dabei landet die geworfene Kugel sehr dicht an der Zielkugel und schiebt mindestens zwei Kugeln von Konkurrenten beiseite.

Ein französischer Esel, der ursprünglich als Arbeitstier in den Weinbergen und zum Treideln der Schiffe auf den Kanälen eingesetzt wurde.

Ein exklusiver französischer Wein mit fruchtigem Brombeer-Aroma, der in den Höhenlagen der Pyrenäen (zwischen 1200 und 1800 m Höhe) angebaut wird.

Kleiner Tipp: Die korrekte Antwort finden Sie im Beitrag auf dieser Seite

Martina-Franca-Esel – der Süditaliener

Martina Franca Esel-Mix
Martina-Franca-Mix.

Martina-Franca-Esel stammen aus Süditalien und werden meist in Apulien gezüchtet. Jahrhundertelang zogen sie den Pflug über die Äcker. Martina-Francas sind dunkel­braun oder schwarz mit weißen Sprenkeln am Unterbauch. Sie haben einen ver­gleichs­weise leichten Kopf, werden bis zu 150 Zentimeter groß und können knappe vier­hun­dert Kilogramm wiegen. Leider landen auch heute noch viele von ihnen in den Schlacht­hö­fen Süditaliens.

Grand Noir du Berry – der Schiffe-Schlepper

Der Grand Noir du Berry ist ein sehr beliebter, rotbrauner bis schwarzer Esel. Er ist die Nachzüchtung eines zentralfranzösischen Esels, der früher als Arbeitstier auf den Fel­dern und in den Weinbergen, sowie zum Treideln der Schiffe auf den Kanälen ein­ge­setzt wurde.

Wo bekomme ich einen Esel, und was kostet er?

Wildesel bei Oatman, Route 66, Arizona, USA
Woher bekomme ich einen Esel? Einfach einfangen ist nicht erlaubt, auch nicht bei den Wildeseln an der Route 66 in Kalifornien.

Reinrassige Großesel sind teuer – sie können über zwanzigtausend Euro kosten. Zwerg- und Normalesel gibt es je nach Geschlecht, Alter und Ausbildungsstand bereits ab fünfhundert Euro. Gelegentlich sind Großesel (meistens Mixe) ab zweitausend Euro zu bekommen. Kaufen sollte man Esel am besten direkt bei einem anerkannten Züchter – die IG der Esel- und Mulifreunde hilft hier mit Adressen weiter.

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