Röhrender Hirsch, Wildpark am Ardetzen­berg Feldkirch, Österreich

Ausflüge in Vor­arlberg: Wildpark am Ardetzen­berg Feldkirch

15.06.2026

Heimische Tiere vom Adler bis zum Luchs gibt es im Wildpark Ardetzenberg in Fel­dkirch. Und das Beste: Der Eintritt ist frei.

Eine Schnapsidee war es nicht, die drei Män­nern 1963 an einem Stammtisch in den Sinn kam. Die Tierfreunde bedauerten, dass viele Menschen die heimische Tierwelt nur noch aus Büchern kennen. Sie gründeten einen ge­mein­nüt­zigen Verein mit dem Ziel, einen Ort zu schaffen, an dem sich Mensch und Tier begeg­nen können. Besonders Jugendliche sollten so Einblicke in die Natur ermöglicht werden.

Steinbock „Felix“ war der erste, der 1963 im Wildpark Feldkirch einzog

Ursprünglich war der Wildpark als „Ableger“ und Bereicherung des Naherholungsgebiets auf dem Feldkircher Hausberg „Ardetzenberg“ ge­plant. Heute umfasst die Anlage mehr als hunderttausend Quadratmeter und be­her­bergt rund einhundertsechzig Tiere aus acht­zehn Arten.

Röhrender Rothirsch im Tierpark Ardetzenberg, Feldkirch, Österreich
Röhrender Rothirsch.

Rot- und Damwild machen die größte Tiergruppe aus. In großzügigen Gehegen kann der heimische Rothirsch beobachtet werden. Ist er im Herbst in der Brunft, hört man sein Röhren schon aus weiter Entfernung. Steinböcke, Mufflons und Gemsen sind die paarhufigen Vertreter aus dem Hochgebirge. Der Steinbock ist zugleich das Wahr­zei­chen des Tierparks: Das erste Tier, das vor über fünfzig Jahren im Park sein Quar­tier bezog, war ein Steinbock namens „Felix“. Er ziert bis heute das Logo des Parks.

 

Luchse und Wölfe leben in großzügigen Gehegen

Frischling im Tierpark Ardetzenberg, Feldkirch, Österreich
Das längs gestreifte Frischlingsfell hat dieses junge Wildschwein bereits gewechselt.

Direkt neben den Steinböcken leben die Wildschweine. Besonders die etwas un­pro­por­tioniert und überlang wirkenden Frischlinge in ihrem gestreiften „Pyjamas“ las­sen Kin­derherzen höher schlagen. Die Nase begeistern sie weniger, aber das ge­hört dazu.

Luchse, Wölfe und Wildkatzen sind die Vertreter der heimischen Raubtierarten. Ihre Ge­hege, besonders das der Luchse, sind außergewöhnlich groß und sehr naturnah ge­stal­tet (Unterholz, Bäume, etc.). Besuchern gereicht das manchmal zum Nachteil – die gut getarnten Luchse sind mitunter kaum zu sehen und nur schwer auszumachen.

Luhse im Tierpark Ardetzenberg, Feldkirch, Österreich
Mit etwas Glück sind die Luchse dicht am Zaun – im großen Gehege mit dem dichten Unterholz übersieht man sie leicht.

Häu­fig hat man aber auch Glück – sind die Luchse in Zaunnähe, lassen sie sich weder von Be­su­chern noch von Hunden großartig stören.

Auch einige Vögel gibt es im Wildpark: Uhus und Steinadler sind die größten und be­kann­testen. Der Wildpark dient hier auch als Auffangstation für verletzte oder ver­wais­te Jungtiere. Die Jungen der Murmeltiere bekommt man hingegen kaum zu Ge­sicht – sie machen ihrem Ruf meist alle Ehre und verschlafen die meiste Zeit in ihren Erd­löchern.

Tipp: Übernachten in Feldkirch
Tipp: Übernachten in Feldkirch Nicht am See, nicht in den Bergen – trotzdem (oder gerade deswegen) ist Feldkirch ein guter Standort, um Vorarlberg zu erkunden. Die lebendige Kleinstadt mit der historischen Altstadt liegt verkehrsgünstig im Rheintal, etwa auf halber Höhe zwischen Bodensee und Arlberg. Von hier ist man rasch in den Bergen und auch in der benachbarten Schweiz. Feudal wohnen lässt es sich zum Beispiel im renommierten Gutwinski Hotel.*

Der Eintritt in den Wildpark Feldkirch ist frei

Uhu im Tierpark Ardetzenberg, Feldkirch, Österreich
Uhu in der Abendsonne.

Auf Tafeln an den Gehegen sind kurze Informationen zu den Tieren nachzulesen. Wer es genauer wissen möchte, kann sich einem der Tierpfleger bei der Fütterung anschlie­ßen. Speziell für Kindergartengruppen und Schulklassen gibt es zudem ein Wild­park­quiz und einen Lehrmittelkoffer (Infos zu Führungen unter +43-5522-74105).

Eine Jausenstation, ein Kinderspielplatz und ein umfangreicher Waldlehrpfad mit über siebzig Tafeln, auf denen es Interessantes zur heimischen Pflanzen- und Tierwelt zu lesen gibt, ergänzen das Angebot des Tierparks. Zahlreiche schattige und wenig steile Wander- und Spazierwege am Ardetzenberg laden zu weiteren Spaziergängen ein.

Steinadler im Tierpark Ardetzenberg, Feldkirch, Österreich
Am Ardetzenberg werden verletzte Jungvögel aufgepäppelt. Hier ein Steinadler.

Der Wildpark hat das ganze Jahr über und bei jedem Wetter geöffnet. Der Eintritt ist frei, was um so erstaunlicher ist, weil der Feldkircher Tierpark der einzige seiner Art und Größenordnung in Voralberg ist. Über freiwillige Spenden zum Erhalt der Anlage freut sich der Wildparkverein.

Nähere Infos und einen Anfahrtsplan finden Sie auf der Website der Tierparks. Im Navigationsgerät geben Sie den Ardetzenweg 20 in 6800 Feldkirch ein.

Lohnend ist auch ein Feldkirch-Besuch: Auf den arkadengesäumten Straßen der Altstadt wurde unter anderem eine Verfolgungsjagd für „Ein Quantum Trost“, den 22. James Bond Film, gedreht. Im Normalfall ist dort allerdings Fahrverbot.

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