Ursprünglich war das Wandern auf Madeira eine Nischentätigkeit. Das änderte sich ab den 1970ern und 1980ern, als Madeira professionell als Wanderparadies vermarktet wurde. Berühmt ist die Insel vor allem für ihre Levadas. Die schmalen Kanäle sind die Lebensadern Madeiras – mehr als dreitausend Kilometer gibt es. Die schmalen Pfade neben den Kanälen (Passadeiras) waren für die Wartung durch die Levadeiros (Mitarbeiter, die Levadas kontrollieren und instand halten) gedacht.

Heute ist das Wandern entlang der Levadas einer der Hauptgründe, warum jedes Jahr mehr als zwei Millionen Touristen das „Hawaii Europas“ besuchen. Zu Recht: Die Pfade entlang der Kanäle führen ohne nennenswerte Steigungen tief hinein in die verwunschenen Wälder und die steilen Täler. Ganz unangestrengt geht es zu atemberaubenden Aussichten und auf abenteuerlichen Wegpassagen durch die senkrechten Felswände.


Auf der Insel gibt es unermesslich viel zu entdecken. Hier haben wir einige besonders schöne Berg-, Küsten- und Levadawanderungen zusammengestellt.
Blut und Tränen – Levada Nova bei Lombada
Die Levada Nova bei Ponta do Sol im Süden Madeiras bietet Nervenkitzel, schöne Ausblicke, einen Gang hinter dem Wasserfall und eine düstere Geschichte.
Gesäumt von afrikanischen Liebesblumen und teilweise ungesichert führt sie entlang der senkrechten Felswand hinein ins Tal. In Kombination mit der Levada do Moinho lässt sie sich auch als Rundtour erwandern.
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Der grüne Kessel – Levada do Caldeirão Verde
Die Levada do Caldeirão Verde gilt als eine der schönsten Levada-Wanderungen auf Madeira. Auf schmalen Pfaden führt sie bei Santana im nördlichen Teil der Insel weit hinein in die wilden Lorbeerwälder, in denen oft der Nebel tanzt.
Ziel der Wanderung ist der namensgebende grüne Kessel: Eine üppig mit Moos und Farnen bewachsene, halbkreisförmige, senkrechte Felswand, über die ein fast hundert Meter hoher Wasserfall herunter stürzt.
Wem das nicht reicht, erreicht im weiteren Verlauf den Caldeirao Inferno – den Höllenkessel.
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Die spannende Geschichte über die Levadas von Madeira in unserer YouTube-Dokumentation.
Die 25 Quellen – Levada das 25 Fontes e Risco
Die Levada das 25 Fontes gehört zu den bekanntesten und meistbegangenen Wanderungen auf Madeira. Entsprechend gut besucht ist sie.
Die Tour führt durch den UNESCO-geschützten Lorbeerwald des Rabaçal-Tals im Zentrum Madeiras zu den namensgebenden 25 Quellen, die allerdings eher „nur“ ein Wasserfall mit mehreren Zuläufen sind.
Auf einem kleinen Umweg erreicht man auch den 100 m hohen Risco-Wasserfall.
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Der Tunnelblick – Die Levada de Janela
Die Levada de Janela gehört zu den faszinierendsten, aber auch abenteuerlichsten auf Madeira. Durch endlos wirkende Tunnel führt sie weit in das längste Tal der Insel hinein.
Sie ist eines der spektakulärsten Zeugnisse dafür, wie die Madeirer die wilde Natur ihrer Insel urbar gemacht haben: Trotz schwierigstem Gelände hält der Kanal über viele Kilometer ein Gefälle von maximal drei Prozent ein.
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Zwischen Meer und Bergen – Die Levada Nova da Calheta bei Prazeres
Genusswandern im Südwesten Madeiras: Flankiert von duftenden Eukalyptusbäumen bietet die Levada Nova Prazeres spektakuläre Panoramablicke über den Atlantik und die fruchtbaren Terrassenfelder.
Wer die extrem schwindelerregenden, ungesicherten Levadas im Zentrum Madeiras scheut, findet in Prazeres sein persönliches Wander-Eldorado. Auf breiten Pfaden geht es durch ausgedehnte Eukalyptuswälder. Callas, Schmucklilien, Hortensien und Farne säumen den Weg.
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Geheimtipp für Abenteurer: Levada das Rabaças
Die Levada das Rabaças und ihre Seitenarme gehör(t)en zu den höchstgelegenen auf Madeira: Auf 1300 m Höhe verläuft sie deutlich oberhalb der dichten, urzeitlichen Lorbeerwälder. Unterhalb der Hochebene Paúl da Serra führt sie durch eine von Waldbränden gezeichnete Landschaft zu einem Wasserfall.
Die Levada ist ausgetrocknet und verwildert zusehends – die Tour ist daher mehr für Abenteurer geeignet, als für Genusswanderer. Wenn Sie keine Lust auf Touristenströme haben, und es Ihnen nichts ausmacht, vielleicht früher umdrehen zu müssen, sind Sie hier richtig.
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Der wilde Osten: Halbinsel São Lourenço
Von wegen „Blumeninsel“! Statt urwaldartigem Dickicht, ausgedehnten Wäldern und wasserreichne Täler mit üppiger Blütenpracht präsentiert sich Madeira auf der Halbinsel São Lourenço im äußersten Osten von einer gänzlich anderen Seite.
Hier ist es windig, kahl, felsig und an grauen Tagen fast schon nordisch rau.
Die Wanderung über die Halbinsel gehört zu den beliebtesten auf der Insel – entsprechend voll wird es hier oft.
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Wandern am Abgrund: Die Küste bei Caniçal
Atemberaubende Aussichten von der Steilküste, üppige Eukalyptuswälder und gemütliches Levada-Wandern: Wer gerne abseits der Touristenströme unterwegs ist und kein Problem mit Abgründen hat, ist auf dieser Rundwanderung bei Caniçal im Nordosten Madeiras genau richtig.
Die Tour ist eine reizvolle Alternative zur Wanderung über die Halbinsel São Lourenço, wenn’s dort zu voll ist.
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Die Himmelsleiter: Auf dem Königsweg vom Pico do Arieiro zum Pico Ruivo
Weite Ausblicke aufs Meer, Wandern über den Wolken und eine wagemutige Wegeführung: Eine spannendere Bergwanderung lässt sich auf Madeira kaum unternehmen.
Auf etwa sieben Kilometern verbindet der Höhenweg vom Pico do Arieiro zum Pico Ruivo die beiden höchsten Berge der Insel. Die Tour im zentralen Gebirge Madeiras gehört ohne Zweifel zu den spektakulärsten Wanderungen Madeiras.
Die Route ist landschaftlich ein absolutes Highligt – das hat sich allerdings auch gut genug herum gesprochen, dass der oft enge Weg sehr voll und bei gutem Wanderwetter auch sehr überlaufen ist.
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Allgemeine Informationen zum Wandern auf Madeira
- Die meisten Levada-Wanderungen sind hin-und-zurück-Wanderungen. Rundwege sind die Ausnahme.
- Die Hauptrouten sind gut markiert, mit den typischen gelb-roten PR Wanderweg-Schildern. Auf wenig begangenen Teilstücken sind die Markierungen auch mal eher solala bis nicht vorhanden.
- Lassen Sie sich nicht verleiten, auf Madeira Abkürzungen zu nehmen. Auch nicht „für die paar Meter“. Was auf der Karte nach einer guten Idee aussieht, ist in Echt keine. Das Gelände ist ruppig und verzeiht nicht viele Fehltritte.
- Wenn Sie es gerne ruhig mögen, dann starten Sie früh und am besten in der Nebensaison. Auf manchen Strecken (z. B. Caldeirão Verde und 25 Fontes) wird es sehr voll.
- Auf viel begangenen Strecken wird eine Wandergebühr erhoben. Diese fließt zweckgebunden in den Erhalt und den Ausbau der Wanderwege und dient der Behebung von Schäden, die durch die jährlich Hunderttausenden Wanderer entstehen.
- Auf gut besuchten PR Wanderungen ist eine Online-Registrierung über das offizielle Portal SIMplifica notwendig. Die Onlilne-Registrierung mit dem QR-Code der bezahlten Gebühr muss mitgeführt werden.
- Da sich der Zustand von Levadas auf Madeira durch Steinschläge oder Erdrutsche nach starken Regenfällen sehr kurzfristig ändern kann, empfiehlt sich am Morgen der Wanderung immer ein kurzer Blick auf die offizielle Website des IFCN (Instituto das Florestas e da Conservação da Natureza) oder auf visitmadeira.com.
- Halten Sie sich an Sperrungen. Bei Verstößen wird es oft nicht nur lebensgefährlich, sondern auch teuer: Bei Verstößen auf PR Wegen drohen empfindliche Bußgelder.
- Werfen Sie keinen Müll ins Gelände – die Madeirer verstehen hier keinen Spaß. Das Wegwerfen von Verpackungen, Zigarettenstummeln oder Plastik wird als Umweltvergehen geahndet. Hier beginnen die Geldstrafen meist bei dreistelligen Beträgen.








